Technik

Programmieren von Apps leicht gemacht

Elektronikkette verkauft Bausatz von Berliner Start-up

In den Bausatzabteilungen des Conrad-Elektronikmärkte werden die Regale voller. Bald gibt es dort auch die „WunderBar“. Das junge Berliner Unternehmen Relayr hat für seinen Entwicklerbausatz WunderBar den Elektronikhändler als Vertriebspartner gefunden. Mit der WunderBar und der dazu gehörenden Software können die Entwickler von Apps Programme für das Internet der Dinge schreiben. Im Internet der Dinge sind Produkte des Alltags mit unsichtbaren Mini-Computern und Mobilfunksendern ausgestattet.

Die Module der WunderBar sehen aus wie Schokoladenriegel. Unter der kakaofarbenen Hülle verbergen sich elektronische Schaltkreise von sechs unterschiedlichen Sensoren. Drei von ihnen messen die Temperatur, Helligkeit, Farbe, Feuchtigkeit und Bewegung in ihrer Umgebung. Der vierte ist mit einem Infrarot-Sensor ausgestattet und dient zur Steuerung von Heimelektronik-Geräten. Die Funktionen der beiden anderen werden noch festgelegt. Sensoren verbinden sich über den neuen energiesparenden Bluetooth-Standard Low Energy, der auch bei der neuen iBeacon-Technologie eingesetzt wird, mit einem Smartphone-Mikroprozesser (ARM Cortex M). iBeacon von Apple ist ein neuer Standard für die Navigation innerhalb von Gebäuden. Der Mikroprozessor gehört ebenfalls zum Bausatz und überträgt die Informationen per Wifi-Schnittstelle ins Internet und an die Relayr-Software, mit der die App-Software programmiert wird.

Software auch für Einsteiger

Die Gründer werben mit einigen witzigen App-Vorschlägen. So könnte ein Regenwarner programmiert werden, der den Smartphone-Nutzer daran erinnert, einen Schirm mitzunehmen. Eine App könnte auch messen, wann die Zimmerpflanzen gegossen werden müssen. Eine dritte Idee ist die Post-Box-App. Sie zeigt mit Hilfe eines Sensors im Briefkasten auf dem Smartphone an, wenn der Briefträger einen Umschlag geworfen hat. Es soll auch möglich werden, Sensordaten zu teilen. So könnte beispielsweise eine App entwickelt werden, die Temperaturangaben rund um den Globus in Echtzeit anzeigt.

Die Software ist für Einsteiger konzipiert. Sie enthält einige fertige Demo-Apps für unterschiedliche IOT-Anwendungen. Einfache Programme lassen sich nach Angaben von Relayr innerhalb von einigen Minuten auch ohne große Programmierkenntnisse schreiben. Die Programmschnittstelle der Software ist offen, so dass jeder Anwendungen nach Belieben schreiben kann. Das Starter-Kit soll ab Juni erhältlich sein. Geplant ist ein Preis von 199 Euro. „Conrad wird die Produktionskette überprüfen und versuchen, ob wir den Preis noch senken können“, sagt Mitgründer Jackson Bond. Conrad besitze die exklusiven Produktions- und Vertriebsrechte.