Prozess

Ex-Bankchef will sich an Schadenersatz für Kirch beteiligen

Der Ex-Chef der Deutschen Bank, Rolf Breuer, wird für seinen folgenschweren Interviewsatz über den Medienunternehmer Leo Kirch offenbar einen Millionenbetrag aus seinem Privatvermögen zahlen.

„Die Bank und Breuer sind sich über den wirtschaftlichen Rahmen einig“, zitierte das „Handelsblatt“ einen Insider. Demnach wäre Breuer bereit, sich mit bis zu drei Millionen Euro am Vergleich der Deutschen Bank mit den Kirch-Erben zu beteiligen. Der Zeitung zufolge ist das ein Drittel seines Vermögens.

Die Bank wollte den Bericht nicht kommentieren. Rechtlich ist der Aufsichtsrat des Instituts verpflichtet, Regressansprüche gegen Breuer zu prüfen. Breuer hatte sich als Vorstandssprecher der Deutschen Bank am 4. Februar 2002 in einem Fernsehinterview negativ zu Kirchs Kreditwürdigkeit geäußert. Kurz darauf gaben die Banken diesem kein Geld mehr, Kirch verlor sein Medienimperium.

Seine Insolvenz kreidete Kirch bis zu seinem Tod 2011 Breuer an und verklagte die Bank. Kirchs Erben führten den Prozess fort. Der Rechtsstreit zog sich über elf Jahre, vergangene Woche einigte sich die Bank schließlich mit den Erben auf die Zahlung von mehr als 900 Millionen Euro inklusive Zinsen und Anwaltskosten. Breuer muss auch noch eine Anklage wegen Prozessbetrugs fürchten.