Medizin

Bayer-Chef sprüht vor Optimismus

Marijn Dekkers verspricht ein glänzendes Jahr 2014. Besonders das Pharmageschäft läuft

Bei der Frage nach seinem Gehalt musste Marijn Dekkers dann doch herzlich lachen. Der Vorstandschef des Leverkusener Pharma- und Chemiekonzerns Bayer hat für 2013 eines der besten Ergebnisse in der 150-jährigen Geschichte des Unternehmens vorgelegt. Der Konzernumsatz überschritt erstmals 40 Milliarden Euro. Gleichzeitig stieg der Überschuss um mehr als ein Drittel auf 3,2 Milliarden Euro. Dekkers Gehalt hingegen sank von gut fünf auf 4,8 Millionen Euro. „Als ich das gesehen habe, habe ich gleich meine Frau angerufen und sie gebeten, mit unseren Töchtern bloß nicht auf der Düsseldorfer Königsallee einkaufen zu gehen“, scherzte der Konzernchef.

Tatsächlich muss sich Dekkers aber wohl keine Sorgen machen, weder um sein Gehalt – der Rückgang ist allein auf langfristige Vergütungsteile zurückzuführen, die zuletzt leicht gesunken sind – noch um seine Zukunft bei Bayer. Der Vertrag des Niederländers läuft zum Jahresende aus, doch alles andere als eine Verlängerung durch den Aufsichtsrat wäre eine Überraschung.

Auch sonst sprühte der erfolgsverwöhnte Niederländer nur so vor Optimismus: Er hob die Umsatzziele für die fünf wichtigsten Medikamente des Konzerns so deutlich an, dass auch die anfangs skeptischen Investoren an den Börsen zu Bayer-Aktien griffen. Dekkers traut seinen Spitzenarzneien einen jährlichen Gesamtumsatz von mindestens 7,5 (bisher 5,5) Milliarden Euro zu. Vor allem auf Xarelto, das vorbeugend gegen Schlaganfälle und Thrombosen wirken soll, hoffen die Leverkusener. Das Umsatzpotenzial bezifferte Dekkers allein auf 3,5 (vorher 2,2) Milliarden Euro. 2013 setzte Bayer mit dem Blutverdünner 949 Millionen Euro um. Ab einer Milliarde Euro Umsatz gilt ein Medikament in der Pharmabranche als Kassenschlager. Binnen eines Jahres hat sich das Geschäft mit Xarelto fast verdreifacht.

Für 2014 erwartet Dekkers einen Konzernumsatz von bis zu 42 Milliarden Euro, was einem Plus von fünf Prozent entspricht. Der Gewinn soll im einstelligen Prozentbereich steigen. Seinen Optimismus stützt Dekkers dabei vor allem auf das Pharmageschäft. Schon im vergangenen Jahr hatte die Gesundheitssparte HealthCare ihren Umsatz um mehr als neun Prozent auf 11,2 Milliarden Euro erhöht. Zudem stehen fünf weitere Arzneien kurz vor der Zulassung in die späte klinische Phase und haben damit große Chancen auf Marktreife.

Dass im Gesundheitsgeschäft bei Bayer momentan fast alles rund läuft, hatte das Unternehmen in dieser Woche gleich mehrfach bewiesen. Vergangenen Mittwoch verkündete Bayer den Zukauf des norwegischen Krebsmittelherstellers Algeta, mit dessen Hilfe der Konzern seine Geschäfte in der Onkologie ausbauen will. Verstärken wollen sich die Leverkusener zudem bei rezeptfreien Medikamenten mit der Übernahme des chinesischen Generika-Unternehmens Dihon.

Einziger größerer Belastungsfaktor bleiben allerdings die Rechtsstreitigkeiten um die Antibabypillen Yasmin und Yaz in den USA. Der Streit um gesundheitliche Folgen der Verhütungspillen hat Bayer inzwischen knapp 1,7 Milliarden Dollar Vergleichszahlungen gekostet. Dabei gehören die Antibaby-Pillen weiterhin zu den umsatzstärksten Präparaten im Konzern: Mit Yaz, Yasmin und Yasminelle setzte Bayer 2013 insgesamt 853 Millionen Euro um.

Auch das Pflanzenschutz-, Saatgut- und Düngemittelgeschäft lief gut, Probleme gab es in der Kunststoffsparte, deren Gewinn und Umsatz schrumpfte.