Tabakindustrie

EU beschließt Schockbilder für Zigarettenpackungen

Die Tabakindustrie muss sich in der EU künftig an strengere Regeln bei Verpackung und Inhalt ihrer Produkte halten.

Das EU-Parlament stimmte am Mittwoch dem mit den Mitgliedsländern ausgehandelten Kompromiss zur Tabakrichtlinie zu. Künftig müssen 65 Prozent der Vorder- und Rückseite von Zigaretten-Packungen mit Bildern bedeckt sein, die auf drastische Weise vor den Folgen des Rauchens warnen. Bestimmte Aromastoffe sollen verboten werden. Die neuen Regeln sollen ab Frühjahr 2016 gelten. Bei Menthol-Zigaretten, zu denen auch Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt greift, gilt eine Übergangsfrist von vier Jahren.

Slim-Zigaretten dürfen auch in Zukunft weiter verkauft werden, allerdings werden verführerische Verpackungen etwa in Form von Lippenstiften verboten. Im Falle von E-Zigaretten sollen die Mitgliedsländer selbst entscheiden, wo diese erhältlich sind. Sie können entweder als Medizinprodukt in einer Apotheke oder als Verbraucherprodukt im Tabakladen verkauft werden. Im Laden dürfen sie allerdings nicht mehr als 20 Milligramm pro Milliliter (mg/ml) Nikotin enthalten. In Apotheken werden E-Zigaretten verkauft, mit denen man sich das Rauchen abgewöhnen kann. Das Genehmigungsverfahren für medizinische Produkte ist sehr viel strenger.

Mit den neuen Maßnahmen will die EU erreichen, dass insbesondere junge Menschen nicht mehr so oft zur Zigarette greifen und die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit Tabakkonsum sinkt. Schätzungen zufolge sterben pro Jahr 700.000 Menschen in der EU an den Folgen des Rauchens.