Gesundheits-Start-ups

Gesundheits-App soll die Zeit im Wartezimmer verkürzen

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Immer mehr Berliner Start-ups entwickeln Geschäftsideen im Gesundheitswesen.

Prognosen erwarten allein für mobile Anwendungen in diesem Bereich eine Umsatzentwicklung mit einer Steigerung von 6,9 Milliarden Dollar in diesem Jahr auf 23 Milliarden im Jahr 2017. Dabei entfallen knapp zwei Drittel auf digitale Anwendungen zur Überwachung von Vitalfunktionen und Patientenwerten, so die von Peppermint Ventures präsentierte Studie.

Solche Zahlen sind ein Motor der Berliner eHealth-Szene. Seit nunmehr zwei Jahren organisieren Juliane Zielonka, Ulrike Anders und Tobias Neisecke regelmäßig Treffen für Berliner Gesundheits-Start-ups. Sie sind Teil eines 2007 im Silicon Valley gegründeten globalen Netzwerks, dem mittlerweile 90 lokale Gruppen angehören. Die Initiative Health 2.0 Berlin zählt inzwischen 450 Mitglieder.

Drei Gründer stellten beim jüngsten Treffen des Netzwerks ihre Konzepte vor – zum Beispiel Rudolf King, der den Prototypen einer Alarm-App für Betreuer und Verwandte älterer Menschen präsentierte. Die App „Swift Alarm“ registriert mithilfe des Beschleunigungssensors im Smartphone, wenn der Nutzer stürzt. Dann sendet sie automatisch eine SMS an einen vorher eingestellten Empfänger. Für King ist das erst der Anfang. Er will über eine Schnittstelle Puls- und Blutzuckersensoren in das Programm integrieren.

Matthias Reyle-Hahn ist Arzt in einem Krankenhaus und will Papier aus dem Operationssaal verbannen. Narkoseärzte müssen während Operationen umfangreiche Dokumentationen schreiben. Dazu hat Reyle-Hahn die iPad-App „Sandman.MD“ entwickelt, die ihm diese Arbeit abnimmt. Für die Zukunft plant Reyle-Hahn, die App über eine Schnittstelle mit Monitoren zu verbinden, damit Messwerte sekundengenau einfließen.

Die iPad-App „Doc Cirrus“ will die Kommunikation zwischen Arzt und Patient verbessern und die Terminplanung in der Praxis optimieren. Patienten sehen auf ihrem Smartphone ihre Wartezeit, die sie dann im Café verbringen oder zum Einkaufen nutzen können. Der Berliner Gründer Philipp Butscher will auch das gesamte Abrechnungswesen einer Arztpraxis in die App verlagern.

( stü )