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Wie der spektakuläre Milliardendeal zustande kam

Wenn man Facebook-Chef Mark Zuckerberg glauben darf, hat er vorletztes Wochenende WhatsApp-Mitgründer Jan Koum vorgeschlagen, „dass wir uns zusammentun“, verriet Zuckerberg. „Ich kenne Jan schon eine ganze Zeit.“ Die zwei seien sich schnell handelseinig geworden.Das ist die Kurzform. Die Langform erzählt die „New York Times“ unter Berufung auf eingeweihte Personen. Demnach reden die beiden Seiten schon seit zwei Jahren miteinander auf Initiative von Zuckerberg. Bei Spaziergängen in den Hügeln des Silicon Valley und gemeinsamen Abendessen hätten sie über Kommunikationsdienste gesprochen. Vor etwa zwei Wochen habe Zuckerberg dann ein konkretes Angebot unterbreitet.

Nach ein paar Tagen Bedenkzeit habe Koum Zuckerberg am vergangenen Freitag daheim besucht und ihm vom Abendessen mit seiner Frau Priscilla Chan abgehalten. Die beiden hätten verhandelt „und dabei einen Teller mit Schokolade überzogenen Erdbeeren gegessen, die eigentlich für Frau Chan gedacht waren“. Am Ende des Wochenendes habe das Geschäft gestanden

Zuckerberg ist ein Mann der schnellen Taten: Den Kauf der Foto-Plattform Instagram machte er an einem Wochenende klar. Der 29-Jährige kann das, weil er die Weitsicht hatte, auch beim Börsengang die Kontrolle über sein Lebenswerk zu behalten: Zuckerberg kann Facebook mit seinem Stimmrechtsanteil praktisch im Alleingang regieren. Und die Börse liefert ihm mit der Facebook-Bewertung von über 170 Milliarden Dollar die Akquisitionswährung für Mega-Deals.

Snapchat lehnte Übernahme ab

„Mark denkt sehr langfristig“, lobte ihn WhatsApp-Mitgründer Jan Koum nach dem Verkauf. Und Zuckerberg schlägt schnell und entschlossen zu, wenn am Horizont ein Konkurrent auftaucht, der Facebook-Nutzer abziehen könnte – auch wenn man die Funktionen schon im eigenen Haus hat. „Facebook ist ziemlich aggressiv dabei, dafür zu sorgen, dass es selbst das nächste Facebook ist“, brachte es Branchenanalyst Benedikt Evans nach dem Deal auf den Punkt. Bei Instagram und WhatsApp kam Zuckerberg mit Milliarden-Angeboten ans Ziel, die Macher der App Snapchat mit von alleine verschwindenden Fotos ließen ihn abblitzen.

So gut Zuckerberg als Baumeister eines weltumspannenden Online-Imperiums agiert, so wenig will er sich privat sein Milliarden-Vermögen anmerken lassen. Sein Outfit ist meist nach wie vor der zum Markenzeichen gewordene Kapuzenpulli. Es gibt keine Gerüchte über wilde Partys oder Luxus-Exzesse. Nur dass der 29-Jährige die vier Grundstücke um sein Haus in Kalifornien zusammengekauft haben soll, um seine Privatsphäre zu schützen. Mit einem Vermögen von über 30 Milliarden Dollar hat er das Geld dazu.