Entscheidung

Kartellamt ebnet Helios den Weg zum Krankenhaus-Giganten

Das Bundeskartellamt hat den Weg für den bislang größten Zusammenschluss im deutschen Krankenhausmarkt frei gemacht.

Die Wettbewerbshüter gaben dem Berliner Helios-Konzern am Donnerstag grünes Licht für die Übernahme des größten Teils der Rhön-Klinikum-Krankenhäuser. Die Unternehmen mussten jedoch zuvor einige Zugeständnisse machen. „Wettbewerbliche Bedenken wurden auf vier Krankenhausmärkten festgestellt“, erklärte Kartellamtspräsident Andreas Mundt. Die Bedenken seien im Laufe des Verfahrens ausgeräumt worden.

Insgesamt übernehmen die zum Fresenius-Konzern Helios-Kliniken nun 40 Kliniken und 13 medizinische Versorgungszentren von Rhön. Ursprünglich wollte Helios 43 Kliniken und 15 Zentren erwerben. Um die Bedenken des Kartellamts hinsichtlich fehlender Alternativen für die Patienten vor Ort auszuräumen, nahmen die Unternehmen die Krankenhäuser von Rhön in Boizenburg, Cuxhaven und Waltershausen-Friedrichroda sowie zwei Versorgungszentren von der Verkaufsliste. Zudem verkaufte Fresenius sein Krankenhaus in Borna/Zwenkau. Die von Helios beabsichtigte Netzwerkvereinbarung mit Rhön werde vom Bundeskartellamt gesondert geprüft werden, teilte die Wettbewerbsbehörde mit.

Mit dem Drei-Milliarden-Euro-Deal entsteht der mit Abstand größte private Krankenhausbetreiber Deutschlands mit mehr als 100 Kliniken. Helios war schon vor der Übernahme mit 72 Kliniken und einem Jahresumsatz von 3,2 Milliarden Euro deutscher Marktführer. Nach Angaben von Rhön soll der Verkauf größtenteils bis Ende Februar abgeschlossen sein. Bei Kliniken in Wiesbaden und Salzgitter stehe ein positives Votum der kommunalen Miteigentümer noch aus. Dann würde die Klinikzahl auf 112 steigen. Der Helios-Mutterkonzern Fresenius rechnet nach eigenen Angaben damit, dass die neuen Häuser bereits im ersten Jahr operativ Geld verdienen.