Technik

Kreuzberger Gründer revolutionieren 3D-Druck

In einem Kreuzberger Hinterhof ist gerade die Revolution des 3D-Drucks im Gang.

Dort wird BigRep One hergestellt, der nach Unternehmensangaben größte Serien-3D-Drucker der Welt. Er soll großformatiges Drucken mit einem Arbeitsvolumen von 1,3 Kubikmetern – zum Beispiel Möbel oder Kunstwerke – erschwinglich machen: 29.000 Euro kostet das Gerät. Für vergleichbare Industriegeräte muss man schnell sechsstellige Beträge hinlegen.

Bei der 3D-Printshow von 13. bis 15. Februar in New York ernteten die Berliner Gründer für BigRep One Bewunderung und Anerkennung. „Das war der Wahnsinn“, sagte Finanzchef René Gurka, der frühere Chef von Berlin Partner. Und Gründer Lukas Oehmigen beschreibt seinen Eindruck so: „Für mich ein großer Moment, weil alle unser Produkt lieben. Alle Besucher waren sich einig, dass der BigRep One das Highlight der Messe war. Jetzt müssen wir uns zunächst um weiteres Kapital bemühen und den Ausbau der Produktionskapazitäten voran bringen.“ In den nächsten Tagen sollen in dem Experimentier-Lab an der Blücherstraße die ersten Geräte montiert werden. „Wir schaffen zwei Exemplare pro Woche“, sagt Gurka. „Alle Teile werden in Berlin gefertigt.“

Künstler Lukas Oehmigen hat das Großformat-Gerät entwickelt, weil er für seine eigenen Skulpturen in Echt-Größe keinen passenden Drucker fand. Durch sein Kunstprojekt „LeBigRep“ bekam er so viele Anfragen, dass er mit Marcel Tasler zwei Jahre in die Entwicklung eines bezahlbaren Großformat-Druckers investierte und BigRep One entwickelte. „Großformatiger 3D-Druck ist bisher nur für Industriekonzerne zum Beispiel im Automobil- oder Maschinenbau bezahlbar. Das wollen wir ändern“, beschreibt Co-Gründer Marcel Tasler das Projekt. „Mit der von uns entwickelten Technologie senken wir die Kosten um bis zu 90 Prozent“, erklärt Oehmigen. Der Bedarf an 3D-gedruckten Produkten in der Kreativbranche, zum Beispiel bei Architekten oder Künstlern, steige enorm. Die deutsche Markteinführung ist zur Inside 3D-Printing Konferenz am 10./11. März in Berlin geplant. Kapital für das Startup kommen vom Wagnisfinanzierer Newten Ventures, dessen Geschäftsführer Gurka ist.