Fortschritte

Stahlkonzern ThyssenKrupp senkt Verluste

Konzern bekommt Geschäft in Übersee besser in den Griff

ThyssenKrupp hat deutliche Fortschritte bei seinen Problemwerken in Übersee erzielt. „Die Anlagen laufen wesentlich stabiler, es geht dort in eine sehr positive Richtung“, sagt der Finanzchef des Dax-Unternehmens, Guido Kerkhoff. Bestätigt wird diese Einschätzung von den Zahlen für das seit Oktober laufende Geschäftsjahr 2013/2014. Bei rund 17 Millionen Euro lag der operative Verlust der Sparte Steel Americas. Das ist eine Verbesserung von über 100 Millionen Euro. Gründe dafür sind Kerkhoff zufolge eine höhere Auslastung, Kostensenkungen und positive Währungseffekte. Spätestens im kommenden Jahr soll Steel Americas dann auch Gewinne schreiben. Bestehen wird die Sparte dann aber nur noch aus dem Werk in Brasilien. Denn das Pendant in den USA geht in Kürze an ein Konsortium aus Weltmarktführer ArcelorMittal und Nippon Steel über. Rund eine Milliarde Euro wird der Verkauf des US-Werks in die klamme Kasse von ThyssenKrupp spülen.

Fortschritte gab es auch in anderen Konzernbereichen. „Wir sind mit einem guten ersten Quartal in das neue Geschäftsjahr gestartet“, sagt Vorstandschef Heinrich Hiesinger. Der Umsatz der fortgeführten Aktivitäten stieg um vier Prozent auf 9,1 Milliarden Euro, gleichzeitig verbesserte sich der Auftragseingang um sechs Prozent auf 10,7 Milliarden Euro – weil zum Beispiel die Aufzugsparte neue Orderrekorde verzeichnet. In den roten Zahlen verharrt ThyssenKrupp trotzdem. Auf rund 69 Millionen Euro summierte sich das Minus im Ende Dezember abgelaufenen ersten Quartal.

Der Essener Konzern hatte das traditionsreiche Edelstahlgeschäft vor zwei Jahren an den finnischen Konzern Outokumpu verkauft und sich mit rund einem Drittel am Konkurrenten beteiligt. Nachdem die Skandinavier aber in Finanznot gerieten, wird die Verflechtung nun wieder aufgehoben, zudem nimmt ThyssenKrupp zwei Edelstahlwerke zurück. Nicht zum Verkauf steht die europäische Stahlsparte Steel Europe, wie ThyssenKrupp noch mal deutlich machte. Gut läuft es in diesem Geschäftsfeld allerdings nicht. Aufgrund des hohen Preisdrucks musste Deutschlands größter Stahlkonzern Federn lassen. Sowohl der Umsatz als auch der Auftragseingang gingen im Auftaktquartal zurück, gleichzeitig hat sich das bereinigte Vorsteuerergebnis auf 19 Millionen Euro fast halbiert. Die Wirtschaftsvereinigung Stahl jedenfalls erwartet zumindest für Deutschland in diesem Jahr wieder einen leicht höheren Absatz.