Aufspaltung

Karstadt-Sparten bekommen getrennte Betriebsräte

Die Aufspaltung der Warenhauskette Karstadt schreitet voran.

Die einzelnen Sparten der Premium-, Sport- und Warenhäuser sollen nach dem Willen der Besitzer jetzt auch getrennte Betriebsräte erhalten. Der Arbeitsdirektor der Karstadt Warenhaus GmbH, Kai-Uwe Weitz, sagte am Sonntag auf Anfrage, jedes Unternehmen erhalte seine eigene Mitarbeitervertretung: „Damit können jeweils Betriebsrat und Geschäftsführung jedes Unternehmens eng zusammenarbeiten und spezifische Fragestellungen des Unternehmens am besten behandeln.“

Im Gesamtbetriebsrat stoßen die Pläne nach einem Bericht des „Spiegel“ allerdings auf Widerspruch. „Wir haben die gleiche Software, den gleichen Finanzvorstand und nutzen die gleichen Sozialräume, deshalb sind wir nach unserer Rechtsauffassung ein gemeinsames Unternehmen“, zitierte das Magazin einen Betriebsrat. Die Arbeitnehmer werteten das Vorgehen als Versuch, den traditionell großen Einfluss der Arbeitnehmervertreter zu schwächen, hieß es.

Die drei Karstadt-Sparten waren bereits 2011 rechtlich getrennt worden. Im vergangenen Jahr hatte Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen dann die Mehrheit an den Premium- und Sporthäusern an den österreichischen Investor René Benko verkauft.

Viele Beschäftigte müssen zurzeit um ihre Arbeitsplätze bangen. Die Warenhauskette stellt momentan alle 83 Filialen auf den Prüfstand. Dabei geht es dem Unternehmen auch darum, die Häuser zu identifizieren, die nicht auf eine erfolgreiche Zukunft ausgerichtet werden können. Für diese Filialen schloss der Aufsichtsratschef der Karstadt Warenhaus GmbH, Stephan Fanderl, unlängst schmerzhafte Konsequenzen bis hin zur Schließung nicht aus.