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Vattenfall hält an Auslandstöchtern fest – zumindest vorerst

Der Energieversorger Vattenfall ist Spekulationen über einen Verkauf seiner Auslandssparten entgegengetreten.

Man sei im Moment nicht auf der Suche nach einem Investor, sagte Konzernchef Öystein Löseth am Dienstag, nachdem er wegen milliardenschwerer Abschreibungen für das Vorjahr einen Verlust auswies. Die Entscheidung über das europäische Geschäft außerhalb Skandinaviens liege beim schwedischen Staat als Besitzer des Unternehmens. So könne die Sparte in einigen Jahren an die Börse gebracht werden, sagte Löseth. Vattenfalls in Berlin ansässige deutsche Tochter ist der viertgrößte Energiekonzern nach E.on, RWE und EnBW und betreibt in Brandenburg große Braunkohlekraftwerke.

Vattenfall hatte 22 Milliarden Euro für einen großangelegten Expansionskurs ausgegeben. Die Strategie ging aber wegen der Wirtschaftskrise und der Energiewende in Deutschland nicht auf. Vattenfall will nun das Geschäft auf dem europäischen Kontinent und Großbritannien von der skandinavischen Heimatsparte abspalten und Insidern zufolge eventuell auch verkaufen. Die Suche nach einem Käufer dürfte aber schwierig werden, weil auch Konkurrenten unter Überkapazitäten und Subventionen für Wind- und Sonnenenergie leiden. 2013 schrieb der größte skandinavische Versorger einen Betriebsverlust von 6,5 Milliarden Kronen (735 Millionen Euro) und überweist der Regierung in Stockholm erstmals keine Dividende. Vor allem wegen seiner niederländischen Tochter Nuon waren Abschreibungen von 3,4 Milliarden Euro fällig.