Personalienwechsel

Ein Veteran steht an der Spitze von Microsoft

Der langjährige Manager Satya Nadella wird Chef

Der Softwarekonzern Microsoft beruft einen Insider zum neuen Chef: Der indischstämmige IT-Ingenieur und Topmanager Satya Nadella übernimmt vom scheidenden langjährigen Vorstandsvorsitzenden Steve Ballmer. Damit nicht genug der Änderungen in Redmond, dem Firmensitz im US-Bundesstaat Washington: Microsoft-Gründer Bill Gates gibt gleichzeitig den Posten des Chairman, also den Vorsitz des Verwaltungsrates ab. Sein Nachfolger wird der Microsoft-Outsider John W. Thompson. Gates soll künftig wieder eine aktivere Rolle im Unternehmen übernehmen, er wird als „Technological Advisor“ an drei Tagen der Woche Sadella in Fragen rund um Produktentwicklung und Technologietrends beraten.

Die Berufung von Nadella ist ein Triumph von Ballmer und Gates über ihre Kritiker: Mit der Rochade an der Spitze des Konzerns schaffen sie Fakten über ihre Amtszeit hinaus, und setzen sich gegen Investorenstimmen durch, die seit dem Sommer 2013 die Berufung eines externen Spitzenmanagers gefordert hatten. Nachdem Ballmer im August vergangenen Jahres seinen Rücktritt innerhalb von zwölf Monaten angekündigt hatte, sollte der neue Chef eigentlich schon bis Jahresende gefunden sein. Doch externe Spitzen-Kandidaten wie Ford-Chef Alan Mulally lehnten ab. Mit Nadella beruft der Verwaltungsrat nun einen langjährigen Begleiter der alten Garde, dafür gibt Gates im Gegenzug seinen Posten ab.

Enthusiastisch loben Gates und Ballmer in Videobotschaften die Fähigkeiten des 46-Jährigen Nadella, der seit dem Jahr 1992 für Microsoft arbeitet. Was sie nicht sagen: Nadella dürfte den Forderungen von Investoren, Teile von Microsofts Cash-Reserven von 70 Milliarden Dollar auszuschütten oder Konzernteile wie die Games-Marke Xbox zu verkaufen, sehr viel ablehnender gegenüberstehen als ein externer Top-Manager.

Nadella ist nach Gates und Ballmer der erst dritte Chef des im Jahr 1975 gegründeten Softwarekonzerns. Er führte zuletzt die erfolgreiche Sparte für Businesskunden sowie Microsofts Cloud-Geschäft. Er hatte den Umsatz dort innerhalb von drei Jahren von 16 auf mehr als 20 Milliarden Dollar gesteigert. Bei Cloud-Diensten werden Daten in Rechenzentren gespeichert und über das Internet abgerufen. Nutzer können so von verschiedenen Geräten aus auf die Informationen zugreifen.