Automobilclub

Manipulationsskandal kostet den ADAC 15.000 Mitglieder

Der ADAC geht nach dem Manipulationsskandal um den Autopreis „Gelber Engel“ von knapp 15 000 Kündigungen von Mitgliedern aus.

Die Zahl der in den vergangenen Tagen bearbeiteten Kündigungen, die aufgrund von Fristen jedoch erst später wirksam werden, lag zum 31. Januar bei 66 233. Im Vorjahreszeitraum waren es 51 805. „Es ist davon auszugehen, dass ein Großteil dieser Differenz von knapp 15 000 Kündigungen auf die jüngsten Entwicklungen zurückzuführen ist“, teilte der Club mit.

Der Manipulationsskandal beim „Gelben Engel“ hatte den Autoclub ins Schleudern gebracht. Seitdem wurden Fragen laut und Unstimmigkeiten bekannt. Der Club arbeite mit Hochdruck an der Klärung, sagte ADAC-Sprecher Christian Garrels. Der ADAC, mit knapp 18,9 Millionen Mitgliedern nach eigenen Angaben zweitgrößter Autoclub der Welt, verzeichnete 2013 etwa 490 000 Kündigungen. Dennoch lag der Netto-Zuwachs bei rund 528 000.

Im Januar wuchs der Club gegenüber dem Vormonat Dezember 2013 netto um 45 639 Mitglieder. Im Vorjahr war der Zuwachs höher. Im Januar 2013 gewann der ADAC gegenüber Dezember 2012 netto 53 908 Mitglieder. Ob der geringere Zuwachs von etwa 8000 Mitgliedern in diesem Jahr ebenfalls mit der Affäre zu tun hat, blieb offen. Solche Schwankungen habe es in den vergangenen Jahren immer wieder gegeben, hieß es. Die Eintrittszahlen hingen gerade im Winter oft auch mit den Wetterbedingungen zusammen. In sehr kalten Wintern gebe es stärkere Anstiege.

Inzwischen untersuchen externe Experten des Wirtschaftsprüfers Deloitte, ob bei der Wahl zum Lieblingsauto der Deutschen auch die Platzierung der Hersteller gefälscht wurde. „Die Wirtschaftsprüfer arbeiten mit Hochdruck daran“, sagte ADAC-Sprecher Garrels. „Ich gehe davon aus, dass wir die Ergebnisse diese Woche noch haben werden.“ Anfangs hatte es geheißen, der zurückgetretene Kommunikationschef Michael Ramstetter habe nur die Stimmenzahl bei dem Autopreis nach oben frisiert, die Reihenfolge sei aber nicht betroffen.

Auch bei allen anderen Fragen und Vorwürfen, etwa bei angeblich von Dritten mitfinanzierten Badegewässertests in den 1990er Jahren, arbeite der ADAC an der Klärung. „Wir arbeiten all das auf, was im Raum steht.“ Die Ergebnisse sollen in die bereits begonnenen Reformprozesse einfließen. Präsident Peter Meyer hatte am Sonntag in der ARD-Sendung „Günther Jauch“ eine grundlegende Reform des Autofahrerclubs angekündigt. „Wir werden die Axt anlegen und uns dabei von externen Beratern begleiten lassen“, sagte Meyer. „Wir wollen komplette Aufklärung und wir wollen eine deutliche Transparenz sofort einführen.“ Einen Rücktritt schloss Meyer aus. Der Verein liege am Boden. Aber er sehe seine Aufgabe darin, die Dinge ins Reine zu bringen.