Steuerserie 2014

So bereiten Sie sich richtig auf die Steuererklärung 2014 vor

Freibeträge und Wahl der Steuerklasse erhöhen Nettolohn

Steuerzahler müssen nicht erst bis zum kommenden Jahr warten, bis sie sich Geld vom Finanzamt zurückholen können. Wer schon jetzt Monat für Monat hohe Ausgaben für die Fahrten zur Arbeit, die Kinderbetreuung oder Hilfen im Haushalt hat, kann sich einen Lohnsteuer-Freibetrag als elektronisches Lohnsteuermerkmal (ELStAM) in der Zentraldatei der Finanzverwaltung eintragen lassen. Unterm Strich führt der Freibetrag bereits im laufenden Jahr zu einem höheren Nettolohn.

600-Euro-Grenze Die Finanzbeamten tragen jedoch nur dann einen Freibetrag ein, wenn die Ausgaben entsprechend hoch sind. So müssen Werbungskosten, Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen nach Abzug der Pauschbeträge mindestens 600 Euro betragen.

Für berufliche Ausgaben gewähren die Finanzbeamten einen Pauschbetrag von 1000 Euro. Daher lohnt es sich dann stets über einen möglichen Freibetrag nachzudenken, wenn die Ausgaben 1600 Euro übersteigen. Das wäre dann der Fall, wenn beispielsweise Ihr einfacher Weg zur Arbeit 24 Kilometer beträgt. Dann würde das Finanzamt eine Entfernungspauschale von 1656 Euro akzeptieren. Betragen die Werbungskosten aber nur 1200 Euro, kann die 600-Euro-Grenze aber auch durch höhere Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen erreicht oder überschritten werden.

Auch wer hohe Sonderausgaben wie Unterhaltsleistungen, Schulgeld oder Betreuungskosten hat, kann über einen Freibetrag nachdenken. Der Pauschbetrag von 36 Euro für Alleinstehende bzw. 72 Euro für Verheiratete ist schnell überschritten. Einen Freibetrag genehmigen die Finanzämter stets, wenn die Sonderausgaben nach Abzug des Pauschbetrags 600 Euro übersteigen. Bei Sonderausgaben müssen Steuerzahler eines beachten: „Vorsorgeaufwendungen können nicht auf der Lohnsteuerkarte eingetragen werden“, sagt Peter Kauth von Steuerrat24.de.

Auch Steuerzahler mit hohen außergewöhnlichen Belastungen wie Krankheits-, Kur- oder Pflegekosten können sich einen Freibetrag eintragen lassen. Die Finanzbeamten berücksichtigen in diesem Fall jedoch lediglich die Kosten, die die zumutbare Belastung übersteigen.

Ohne 600-Euro-Grenze Es gibt auch Ausgaben, bei denen Steuerzahler die 600-Euro-Hürde nicht überspringen müssen. Dazu zählen beispielsweise Aufwendungen für haushaltsnahe Dienstleistungen. Die Höhe des Freibetrags richtet sich danach, in welcher Form Steuerzahler die Hilfe in ihrem Haushalt beschäftigen. Bei einem Minijob sind es 2040 Euro, für eine sozialversicherungspflichtig Angestellte oder Dienstleistungen, die von Selbstständigen erbracht werden, 16.000 Euro. Für Handwerkerleistungen tragen die Beamten 4800 Euro ein. Die voraussichtlichen Ausgaben müssen Steuerzahler allerdings glaubhaft belegen.

Steuererklärung „Steuerzahler sollten jedoch beachten, dass sie verpflichtet sind eine Steuererklärung zu machen, wenn sie sich einen Freibetrag haben eintragen lassen“, sagt Uwe Rauhöft vom Neuen Verband der Lohnsteuerhilfevereine. Wer sich bei der Höhe seiner Ausgaben verschätzt und einen zu hohen Freibetrag eintragen lässt, muss bei der Jahresabrechnung damit rechnen, dass er dem Finanzamt Geld überweisen muss.

Steuerklassen Ehepaare können – sofern beide arbeiten – drei verschiedene Steuerklassenkombinationen wählen. Die Kombination IV/IV ist immer dann sinnvoll, wenn beide ungefähr gleich viel verdienen. Die Steuerklassenwahl III/V bietet sich an, wenn einer der Ehepartner deutlich mehr verdient als der andere. In diesem Fall werden jeden Monat in Klasse III weniger, in Klasse V höhere Steuern abgezogen. Als dritte Variante steht die Kombination IV mit Faktor zur Verfügung. „In diesem Fall ist das Nettoeinkommen deutlich höher als in Steuerklasse V“, sagt Wolfgang Wawro vom Steuerberaterverband Berlin-Brandenburg. Denn bei dieser Kombination berücksichtigen die Beamten bei jedem Partner Steuerentlastungen wie Vorsorgepauschale oder Grundfreibetrag. Das ist in Steuerklasse V nicht der Fall.

Veranlagung Eheleute können wählen zwischen Zusammenveranlagung und Einzelveranlagung. Die bis 2012 gültige getrennte Veranlagung haben die Finanzämter ab 2013 durch die Einzelveranlagung für Ehegatten ersetzt.

Die Zusammenveranlagung bringt keinen besonderen Vorteil, wenn beide Ehepartner ungefähr gleich viel verdienen. „Allerdings können Frei- und Pauschbeträge, die ein Ehegatte nicht ausschöpft, von dem anderen genutzt werden“, sagt Steuerexperte Kauth. Am meisten Steuern gibt es zurück, wenn einer der Ehepartner wesentlich mehr als der andere verdient.

Entscheiden sich Ehepartner für eine Einzelveranlagung, muss jeder der beiden eine Steuererklärung einreichen. Jeder Ehepartner erhält dabei die üblichen Freibeträge.