Absetzen

Pflegekosten verringern die Steuerlast

Auch Ausgaben für Krankheit lassen sich absetzen

Rentner können das Finanzamt an einigen Kosten beteiligen und so das zu versteuernde Einkommen senken.

Werbungskosten Finanzbeamte berücksichtigen bei Ruheständlern automatisch einen Werbungskostenpauschbetrag von 102 Euro. Wer höhere Ausgaben in Bezug auf seine Renten und Pensionen hat, sollte diese einzeln auflisten.

Versicherungen Ruheständler tragen ihre Ausgaben für die gesetzliche oder private Basiskrankenversicherung sowie weitere Versicherungen in die „Anlage Vorsorgeaufwand“ ein. Die Finanzbeamten prüfen bis 2019, ob für Ruheständler die alte oder neue Regelung zur Absetzbarkeit von Versicherungen günstiger ist. Nach der alten Regelung können Ruheständler für 2013 Versicherungsbeiträge bis zu 4101 Euro (Alleinstehende) oder 8202 Euro (Verheiratete) steuerlich geltend machen. „Senioren sollten daher alle Versicherungsbeiträge in der Steuererklärung auflisten“, rät Wolfgang Wawro vom Steuerberaterverband Berlin-Brandenburg. Ausgaben für Sachversicherungen erkennen die Finanzämter jedoch nicht an (siehe Teil 2 der Serie).

Pflege Steuerzahler können Pflegekosten als außergewöhnliche Belastungen verrechnen. Wird die Person im eigenen oder in deren Haushalt gepflegt, haben Pflegende einen Anspruch auf den Pflegepauschbetrag von 924 Euro. Bedingung ist jedoch, dass die Person in Pflegestufe III eingruppiert ist oder das Merkzeichen „H“ im Behindertenausweis hat. „Wer eine pflegebedürftige Person betreut, kann den Pflege-Pauschbetrag steuerlich geltend machen, wenn er dafür keine Einnahmen erhält“, sagt Peter Kauth von Steuerrat24.de. Alternativ können Sie die Kosten auch als außergewöhnliche Belastungen allgemeiner Art verrechnen – sofern diese die Höhe des Pflegegelds übersteigen. Absetzbar sind nachgewiesene Ausgaben für die Pflege, nicht jedoch die eigene Pflegeleistung (BFH-Urteil vom 22.1.1992).

Steuerzahler können die Pflegekosten jedoch auch als haushaltsnahe Dienstleistungen steuerlich geltend machen – unabhängig davon, in welche Pflegestufe die Person eingestuft ist. Die Finanzämter erkennen 20 Prozent der Ausgaben für mobile Pflegedienste bis 20.000 Euro an, also maximal 4000 Euro.

Krankheit Die Kosten für Arztbesuche, Medikamente und Hilfsmittel wie Brillen und Rollstühle können – sofern vom Arzt verordnet und nicht von der Versicherung bezahlt – in der Steuererklärung als außergewöhnliche Belastungen angegeben werden. Auch Zuzahlungen für zahnärztliche Behandlungen sowie Ausgaben für Zahnersatz, Prothesen und Kronen werden akzeptiert.