Bilanzzahlen

Facebook überrascht die Börse: Mobile Werbung boomt

In den vergangenen Monaten gab es viele Berichte, Facebook werde unbeliebt bei jungen Nutzern und würde bald einen ähnlichen Heldentod sterben wie frühere Internetphänomene wie Second Life, Myspace oder StudiVZ.

Von wegen: Am Mittwochabend legte der kalifornische Konzern seine Zahlen für das Schlussquartal 2013 vor. Insbesondere wegen sprudelnder Mobilwerbeerlöse übertraf der Konzern alle Erwartungen der Börsianer bei Weitem. Das weltgrößte soziale Netzwerk konnte die Zahl von 1,2 Milliarden Nutzern überspringen – ein Zuwachs von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Wäre Facebook ein Land, läge es nach China und Indien an dritter Stelle der bevölkerungsreichsten Nationen der Erde.

Wichtiger noch: 757 Millionen Menschen, und damit die Mehrheit der Nutzer, besuchen Facebook mindestens einmal am Tag. Die Treue der Nutzer lässt bei Facebook die Kasse klingeln. Dank steigender Werbeeinnahmen schoss der Umsatz im vierten Quartal 2013 um 63 Prozent auf 2,6 Milliarden Dollar (1,9 Milliarden Euro) in die Höhe. Der Nettogewinn verachtfachte sich auf 523 Millionen Dollar. „Es war ein großartiger Abschluss des Jahres für Facebook“, sagte Gründer und Firmenchef Mark Zuckerberg. Das fanden auch die Börsianer. Nach Bekanntgabe der Zahlen schoss die Aktie nachbörslich um mehr als neun Prozent auf gut 58 Dollar in die Höhe. Ein Großteil des Wachstums kam von Facebook-Mitgliedern, die das Netzwerk auf ihren Smartphones oder Tablets nutzen.

Facebook habe viel Geld investiert in die Möglichkeit für Werbetreibende, Demografiegruppen zielgenau anzusprechen, hießt es bei der Präsentation der Bilanzzahlen. Das sorgt für Kritik von Datenschützern. In den USA droht dem Konzern eine Milliarden-Dollar-Klage. Angeblich soll das Unternehmen Nachrichten seiner Nutzer ausspioniert und Daten daraus an Werbekunden verkauft haben.