Mobilfunk

Günstiger surfen und telefonieren im Ausland

E-Plus bietet neuen Tarif an. Auch sonst sinken die Preise

Telefonieren mit dem Mobiltelefon ist in Deutschland so günstig wie nie. Es macht für Kunden preislich kaum einen Unterschied, mit welcher Gesellschaft sie telefonieren. Selbst wer im europäischen Ausland mit seiner deutschen SIM-Karte kommunizieren möchte, muss sich nicht auf große Überraschungen einlassen: Jeder Mobilfunkanbieter ist verpflichtet, einen regulierten EU-Tarif anzubieten. Wer diese Option bei seinem Handyvertrag „eingeschaltet“ hat, zahlt gedeckelte Gebühren für Anrufe, SMS und auch Datenübertragung.

Da fällt es den Unternehmen schwer, sich beim Werben um Kunden sichtbar zu machen, mit neuen Angeboten zu locken. Kein Wunder, dass sie sich längst Gedanken über neue Produkte machen. Nun ist E-Plus mit der Ankündigung einer neuen Roaming-Option für Telefonie und Daten vorgeprescht: Ab einem monatlichen Preis von drei Euro soll es bald möglich sein, mit der sogenannten „EU Reise Flat“ auch in anderen Ländern zu den gleichen Konditionen wie zu Hause in Deutschland surfen und telefonieren zu können. Ein Datenpaket mit 500 MB Hochgeschwindigkeitsvolumen kann man dann zu den gleichen Konditionen wie zu Hause auch im EU-Ausland sowie Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz nutzen.

Bei Anrufen ist es etwas komplizierter: Hier sind von der deutschen Telefonie-Flatrate nur solche Gespräche abgedeckt, die aus einem der genannten Länder nach Deutschland geführt werden und alle ankommende Anrufe im jeweiligen Urlaubsland. Für andere berechnet E-Plus neun Cent pro Gesprächsminute. Zunächst ist die neue Roaming-Option nur für Kunden buchbar, die einen der „All-in“-Tarife von Base nutzen. Man arbeite aber daran, dass auch andere Marken im E-Plus-Netz das neue Produkt künftig anbieten, sagt Klaus Schulze-Löwenberg vom Düsseldorfer Mobilfunkunternehmen.

Zwar sinken die Preise für das Kommunizieren im Ausland durch die Regulierungsmaßnahmen der EU seit Jahren kontinuierlich, doch die ausgehende Telefonminute kostet für Inhaber eines deutschen Vertrages, der zum Beispiel aus Frankreich nach Hause anruft, noch immer knapp 29 Cent. Eingehende Anrufe werden mit acht Cent, die Roaming-SMS mit zehn Cent, das versurfte Megabyte Daten immerhin noch mit knapp 54 Cent berechnet. Erst ab dem 1. Juli dieses Jahres werden Anrufe in die Heimat dann nur noch höchstens 23 Cent pro Minute kosten, SMS sieben Cent. Bei vielen Handytarifen ist eine solche regulierte EU-Option als Roamingtarif standardmäßig voreingestellt.