Steuerserie 2014

Ausgaben für Kinder senken die Steuerlast

Wie Sie das Finanzamt richtig an Schulgeld und Betreuungskosten beteiligen

In der Steuererklärung für 2012 mussten sich Eltern auf zahlreiche Änderungen einstellen. So spielt in vielen Fällen der Verdienst des Kindes keine Rolle mehr bei der Frage, ob Eltern Anspruch auf Kindergeld haben. Auch können Eltern die Ausgaben für die Betreuung der Sprösslinge seitdem einfacher verrechnen. Für die Abrechnung 2013 halten sich die Änderungen in Grenzen.

Kindergeld oder Kinderfreibetrag Eltern erhalten für das erste und zweite Kind monatlich 184 Euro Kindergeld, für das dritte 190 Euro, für das vierte und jedes weitere Kind 215 Euro. In der Steuererklärung prüfen die Beamten, ob für die Eltern Kindergeld oder Kinder- und BEA-Freibetrag (Freibetrag für Betreuung, Erziehung und Ausbildung) günstiger sind. „Eltern sollten auf jeden Fall Kindergeld beantragen“, rät Wolfgang Wawro vom Steuerberaterverband Berlin-Brandenburg. Wer das versäumt, verschenkt Geld. Denn die Beamten gehen davon aus, dass Eltern das Kindergeld erhalten haben. Die Freibeträge rechnen sich für Eltern, deren Grenzsteuersatz über 31,5 Prozent liegt. Das ist ab einem Einkommen von rund 31.700 (Alleinstehende) und 63.400 Euro (Verheiratete) der Fall.

Volljährige Kinder Eltern erhalten Kindergeld bis zum 18. Lebensjahr ihres Nachwuchses (Zeilen 15-22 der „Anlage Kind“). Für erwachsene Kinder bekommen Eltern das Geld nur, wenn die Kinder eine Schul- oder Berufsausbildung machen. Dann verlängert sich die Frist bis zum 25. Lebensjahr.

Kindergeld gibt es auch in der Zeit zwischen zwei Ausbildungen. Allerdings darf die Auszeit maximal vier Monate betragen. Dauert die Suche nach einer Ausbildung, beispielsweise nach dem Abitur, länger, sollten Eltern anhand von Bewerbungen nachweisen, dass sich der Nachwuchs um eine Ausbildung bemüht. Der Anspruch auf Kindergeld bleibt dann bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres bestehen.

Seit 2012 können erwachsene Kinder in einer Erstausbildung oder einem Erststudium so viel Geld verdienen, wie sie wollen, ohne dass Eltern ihren Anspruch auf Kindergeld verlieren. Entscheidend ist nun nicht mehr die Höhe des Verdienstes, sondern die Frage, ob es sich um eine Erst- oder Zweitausbildung handelt. Macht das Kind eine Zweitausbildung, prüfen die Finanzbeamten den Umfang der Erwerbstätigkeit (Zeilen 24-28). Eltern erhalten nur dann weiter Kindergeld, wenn der Nachwuchs nicht mehr als 20 Stunden in der Woche arbeitet, in einem Minijob oder einem Ausbildungsverhältnis tätig ist.

Kranken- und Pflegeversicherung Eltern können für den Nachwuchs, für den sie Kindergeld erhalten, die Beiträge für die gesetzliche und private Basiskranken- und Pflegeversicherung in voller Höhe als Sonderausgaben verrechnen. Die Beiträge tragen Eltern ab Zeile 31 in die „Anlage Kind“ ein.

Ausbildungsfreibetrag Sind die Kinder aus der elterlichen Wohnung ausgezogen, können Eltern in der Steuererklärung einen Ausbildungsfreibetrag (Freibetrag zur Abgeltung des Sonderbedarfs) von 924 Euro beantragen. „Bedingung ist jedoch, dass die Eltern für den Nachwuchs Kindergeld erhalten“, sagt Uwe Rauhöft vom Neuen Verband der Lohnsteuerhilfevereine. Seit 2012 wird dieser Freibetrag nicht mehr um Einkünfte und Bezüge des Kindes gekürzt.

Schulgeld Wer sein Kind auf eine Privatschule schickt, kann das Finanzamt an 30 Prozent der Kosten, maximal 5000 Euro, beteiligen. Bedingung ist jedoch, dass die Schule in Deutschland, der Europäischen Union, Island, Norwegen oder Liechtenstein liegt – und dass der Besuch der Schule zu einem anerkannten allgemeinbildenden oder berufsbildenden Abschluss führt und von der Kultusministerkonferenz anerkannt ist. Eine Bescheinigung darüber müssen Sie Ihrer Steuererklärung beilegen. „Deutsche Schulen“ im Ausland werden stets anerkannt. Kosten von Unterkunft und Verpflegung, also die klassischen Internatskosten, müssen die Eltern allein tragen.

Betreuungskosten Ausgaben für Babysitter, Tagesmütter oder Kindergarten können Eltern als Sonderausgaben in der Steuererklärung verrechnen. Die Beamten akzeptieren zwei Drittel der Kosten, maximal 4000 Euro je Kind und das bis zum 14. Geburtstag des Nachwuchses. „Eltern benötigen von der Kinderbetreuung eine Rechnung. Zudem müssen sie den Betrag überweisen“, sagt Steuerexperte Rauhöft.

Die Beamten nicken die Kosten für Kindergärten, Tagesmütter oder Hilfen im Haushalt anstandslos ab. Ausgaben für Betreuungsleistungen, bei denen besondere Fähigkeiten vermittelt werden wie Sport-, Musikvereine oder Computerkurse, erkennt das Finanzamt jedoch nicht an. Eine Ausnahme machen die Beamten bei zweisprachigen Kindergärten, in denen den Kleinen spielerisch eine Fremdsprache vermittelt wird. In diesem Fall können die Eltern die Ausgaben für die Kinderbetreuung absetzen. „Denn hier steht die Vermittlung besonderer Fähigkeiten nicht im Vordergrund, sondern ist unselbstständiger Teil der Betreuung“, sagt Peter Kauth vom Online-Portal Steuerrat24.de.

Kümmern sich die Großeltern um die Betreuung der Enkelkinder, kostet dies die Eltern in der Regel nichts. Doch sie können Opa und Oma die Fahrtkosten erstatten und diese dann als Sonderausgaben in der Steuererklärung abrechnen. Dazu müssen die Großeltern die Fahrtkosten nur schriftlich einfordern.

Eltern haben auch die Möglichkeit, Betreuungskosten als haushaltsnahe Dienstleistung zu verrechnen. Bedingung ist in diesem Fall jedoch, dass die Kinder in ihrem Haushalt betreut werden. Wer Sohn oder Tochter im Haus der Tagesmutter betreuen lässt, kann die Kosten nicht als haushaltsnahe Dienstleistung verrechnen. Wie hoch die Steuerersparnis ausfällt, richtet sich danach, in welcher Form die Hilfe im Haushalt angestellt ist (Teil 7 der Serie).

Die komplette Serie und einen Steuerrechner finden Sie unter www.morgenpost.de/steuern

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