Verwicklungen

Geheimtreffen von Hartz und Hollande sorgt für Wirbel

Ein bislang geheim gehaltenes Treffen zwischen dem deutschen Arbeitsmarktreformer Peter Hartz und dem französischen Präsidenten François Hollande hat in Frankreich für Wirbel gesorgt.

Der Élysée-Palast bestätigte am Dienstag ein „informelles Gespräch“ der beiden Männer vor zwei Monaten. Hartz sei aber kein Berater Hollandes und solle dies auch nicht werden, stellte das Präsidialamt klar. Es widersprach damit Informationen der „Saarbrücker Zeitung“. Diese hatte das Treffen öffentlich gemacht und berichtet, der frühere VW-Personalvorstand Hartz solle Hollande wie früher SPD-Kanzler Gerhard Schröder bei Sozialreformen beraten.

Für Frankreichs sozialistischen Präsidenten gilt das Treffen mit Hartz als heikel. Während vor allem französische Wirtschaftsvertreter und Konservative die Hartz-Reformen loben, sind sie unter Gewerkschaften und Linken stark umstritten. „Wie kann man sich von demjenigen Rat holen, der in Deutschland den Leistungsanspruch der Arbeitslosen untergraben hat?“, sagte der Chef der Gewerkschaft FO, Jean-Claude Mailly. Hartz sei derjenige, der die deutschen Arbeiter ruiniert habe, sagte Linkspartei-Chef Jean-Luc Mélenchon.