Steuerserie 2014

Pflegekosten absetzen

Auflisten Wer 2013 hohe Ausgaben für Ärzte, Medikamente oder Pflege hatte, kann diese als außergewöhnliche Belastungen auf Seite 3 des Steuerhauptformulars auflisten. Dabei unterscheiden die Finanzbeamten zwischen außergewöhnliche Belastungen besonderer Art und allgemeiner Art.

Außergewöhnliche Belastungen besonderer Art (Zeilen 61-66) können Steuerzahler ab dem ersten Euro steuerlich geltend machen – jedoch nur bis zu einem bestimmten Höchstbetrag.

In diese Rubrik fällt etwa der Pauschbetrag für Behinderte. Je nach Grad der Behinderung akzeptiert das Finanzamt einen unterschiedlich hohen Pauschbetrag. Bei einem Grad der Behinderung von 95 und 100 wären dies beispielsweise 1420 Euro. Anstelle des Pauschbetrags können Steuerzahler tatsächlich entstandene Kosten – etwa für Umbauten, Umzug oder Kur angeben. Diese wirken sich jedoch erst nach dem Abzug einer zumutbaren Belastung steuermindernd aus.

Wer einen Menschen in dessen Wohnung oder in der eigenen Wohnung pflegt, hat Anspruch auf einen Pflegepauschbetrag von 924 Euro. Bedingung ist aber, dass die Person Pflegestufe III hat oder das Zeichen „H“ im Behindertenausweis steht. Zudem müssen Sie zumindest einen Teil der Pflege persönlich übernehmen – allenfalls mit Unterstützung eines ambulanten Pflegedienstes.

Eltern, die ihr Kind finanziell unterstützen, für das sie kein Kindergeld mehr bekommen, können Unterhaltsleistungen bis 8130 Euro als außergewöhnliche Belastung verrechnen. Zudem akzeptieren die Beamten auch Ausgaben für die Kranken- und Pflegeversicherung des Nachwuchses. Dazu müssen Eltern die „Anlage Unterhalt“ ausfüllen. Die 8130 Euro werden jedoch um eigene Einkünfte und Bezüge des Unterhaltsempfängers gekürzt, die 624 Euro übersteigen.

Außergewöhnliche Belastungen allgemeiner Art (Zeilen 67-69) können Steuerzahler in unbegrenzter Höhe steuerlich geltend machen. Bevor sich jedoch der erste Euro steuermindernd auswirkt, müssen Steuerzahler zunächst eine zumutbare Belastung aus der eigenen Tasche zahlen. Wie hoch diese ausfällt, hängt zum einen von der Höhe des Einkommens, aber auch vom Familienstand und der Anzahl der Kinder ab.

Zuzahlungen für Zahnarzt, Arzt, Heilpraktiker oder Medikamente können Steuerzahler verrechnen, ebenso Ausgaben für Brillen oder Rollstühle – sofern diese vom Arzt verordnet wurden. Auch an den Kosten für eine Kur beteiligt sich das Finanzamt. Wer eine Kur oder eine psychotherapeutische Behandlung machen möchte, muss sich vorher beim Amtsarzt oder beim Medizinischen Dienst ein Attest organisieren, das die medizinische Notwendigkeit bescheinigt. Sonst erkennen die Finanzbeamten die Kosten nicht an.