Steuerserie 2014

Der sehr wertvolle Unterschied zwischen Aus- und Fortbildung

Ob ein Steuerzahler eine Aus- oder eine Fortbildung macht, entscheidet mitunter über mehrere Tausend Euro Steuerersparnis. Denn Finanzbeamte unterscheiden akribisch zwischen Ausbildungs- und Fortbildungskosten.

Ausbildung Die Ausgaben für eine erstmalige Ausbildung oder ein Erststudium außerhalb eines Ausbildungsverhältnisses können Steuerzahler als Sonderausgaben verrechnen. In diesem Fall sprechen die Beamten von einer „Ausbildung“ und genehmigen maximal 6000 Euro. „Der Nachteil von Sonderausgaben ist zudem, dass sie nur in dem Jahr verrechnet werden können, in dem sie anfallen“, sagt Uwe Rauhöft vom Neuen Verband der Lohnsteuerhilfevereine. Kurzum: Wer in der Ausbildung kein Geld verdient, kann das Finanzamt nicht an den Kosten beteiligen. Dass die seit 2004 geltende Regelung rechtens ist, bestätigte der Bundesfinanzhof in einem Urteil, das am 9. Januar 2014 veröffentlicht wurde (Az: VIII R 22/12).

Fortbildung Komfortabler ist es, wenn die Beamten den Lerneifer als „Fortbildung“ nach einer abgeschlossenen Erstausbildung oder Erststudium einstufen und es einen Zusammenhang zwischen Bildungsmaßnahme und späteren Einkünften gibt. In diesem Fall können Steuerzahler Ausgaben für Arbeitsmittel, Studien- und Seminargebühren, Fahrtkosten und Arbeitszimmer voll als Werbungskosten verrechnen. Zudem kann der Steuerzahler Ausgaben als Verluste in künftige Jahre übertragen und mit den ersten Einkünften verrechnen.

Wer vor dem Erststudium oder einer teuren Ausbildung einen Abschluss vorweisen kann, kann demnach viel Geld sparen. So akzeptieren die Finanzämter den Master nach einem Bachelor-Abschluss als Fortbildung und somit die kompletten Kosten. Ebenso genehmigen die Beamten eine Ausbildung als Rettungssanitäter (BFH-Urteil, VI R 52/10) oder den sechsmonatigen Lehrgang zum Flugbegleiter (BFH-Urteil, VIR 6/12) als Erstausbildung.

Alle anderen, die eine erste Ausbildung oder ein Erststudium absolvieren, können ihre Ausgaben in der Steuererklärung als Werbungskosten verrechnen. Die Finanzbeamten werden das nicht akzeptieren. Daher sollten Steuerzahler unter Verweis auf Verfahren beim Bundesfinanzhof Einspruch gegen ihren Steuerbescheid einlegen (Teil 3 der Serie).