Steuerserie 2014

Das Finanzamt an Ausgaben für Versicherungen beteiligen

Wie Sie Altersvorsorge, Krankenversicherung und Unterhalt steuerlich geltend machen

Mit Sonderausgaben wie Spenden, Kirchensteuer und Ausbildungskosten können Steuerzahler schnell einige Steuern sparen. Denn bei diesen Ausgaben gewähren die Finanzbeamten ohne weitere Nachweise einen Pauschbetrag von 36 Euro für Alleinstehende und 72 Euro für Verheiratete. Dieser ist daher schnell überschritten. Sonderausgaben wie Spenden oder Kirchensteuer tragen Sie in das Hauptformular (Zeilen 37-56) ein. Ausgaben für Versicherungen und Altersvorsorge gehören in die „Anlage Vorsorgeaufwand“ und Einzahlungen in die Riester-Rente in die „Anlage AV“.

Altersvorsorge Der Staat unterstützt die Vorsorge seiner Bürger mit Zulagen und Steuerersparnissen. Einzahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung, in landwirtschaftliche Alterskassen, berufsständische Versorgungseinrichtungen und in die Rürup-Rente tragen Steuerzahler in die Zeilen 4-7 der „Anlage Vorsorgeaufwand“ ein. Die Beamten berücksichtigen 2013 insgesamt 76 Prozent der eingezahlten Beiträge – maximal 15.200 (Alleinstehende) und 30.400 Euro (Verheiratete). In die Zeilen 8-9 gehört der steuerfreie Arbeitgeberanteil zur gesetzlichen Rentenversicherung. Diesen Betrag berücksichtigen die Beamten, wenn sie den Steuervorteil für die gesetzliche Rente berechnen. „Aufgrund der Berechnungsweise ist der Arbeitnehmeranteil zur gesetzlichen Rentenversicherung 2013 tatsächlich nur mit 52 Prozent absetzbar“, sagt Steuerexperte Peter Kauth vom Onlineportal Steuerrat24.de.

Krankenversicherung Steuerzahler können seit 2010 die Beiträge für eine gesetzliche oder private Basiskrankenversicherung in voller Höhe steuerlich geltend machen. Beiträge, die über die Basisabsicherung hinausgehen, können Steuerzahler im Rahmen anderer Versicherungsbeiträge verrechnen – sofern dafür noch Spielraum ist. Denn oft ist dieser bereits mit den Beiträgen zur Kranken- und Pflegeversicherung ausgeschöpft. Angestellte, Beamte und Pensionäre können Versicherungsbeiträge bis zu 1900 Euro, Selbstständige bis zu 2800 Euro steuerlich geltend machen.

Andere Versicherungen Sofern die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung geringer sind als 1900 oder 2800 Euro, können Steuerzahler noch Beiträge zu anderen Versicherungen verrechnen. Dazu gehören Ausgaben für eine Auslandsreise-Kranken-, eine Haftpflicht- oder Unfallversicherung. „Nicht absetzbar sind Sachversicherungen, also beispielsweise Beiträge zur Kfz-, Hausrat- oder Rechtschutzversicherung“, sagt Wolfgang Wawro vom Steuerberaterverband Berlin-Brandenburg. Sofern Versicherungen auch berufliche Risiken abdecken, können Steuerzahler diese anteilig als Werbungskosten verrechnen. Ob die beschränkte Abzugsfähigkeit die Beiträge zu sonstigen Versicherungen wie etwa Arbeitslosen- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung rechtens ist, muss der Bundesfinanzhof klären. Bis dahin bleiben Steuerbescheide in diesem Punkt offen. „Steuerzahler sollten ihre Ausgaben für Versicherungen daher detailliert auflisten“, rät Wawro.

Riester-Rente Die Einzahlungen in die Riester-Rente tragen Steuerzahler in die „Anlage AV“ ein. Das Finanzamt prüft dann, ob die Steuerersparnis höher ist als die staatlichen Zulagen, die jedem Riester-Sparer zustehen. Ist dies der Fall, schreibt das Finanzamt die Einzahlungen plus Zulagen als Sonderausgaben gut. Die Zulagen werden jedoch wieder abgezogen, damit es nicht zu einer Doppelförderung kommt. „Steuerzahler sollten immer die Zulagen beantragen und die Anlage AV ausfüllen“, rät Uwe Rauhöft vom Neuen Verband der Lohnsteuerhilfevereine. Wer das eine oder andere unterlässt, verschenkt mitunter Geld. Einen Sonderausgaben-Abzug können jedoch nur Riester-Sparer beantragen, die selbst und nicht über ihren Ehepartner einen Riester-Vertrag abgeschlossen haben.

Unterhalt Wer an seinen geschiedenen Ehepartner Unterhalt zahlt, kann diesen bis zu 13.805 Euro als Sonderausgaben in der Steuererklärung verrechnen (Zeilen 40-41). Bedingung ist jedoch, dass der Ex-Partner seine Zustimmung gibt und die Zahlungen als sonstige Einkünfte versteuert. Zudem müssen Sie die „Anlage U“ beifügen. Verweigert der Ex-Partner seine Zustimmung, können Steuerzahler Unterhaltszahlungen auch als außergewöhnliche Belastungen bis zu 8130 Euro verrechnen. Der Betrag verringert sich jedoch, wenn der Ex-Partner eigene Einkünfte und Bezüge hat, die 624 Euro im Jahr übersteigen. Seit 2010 können Unterstützer neben den Unterhaltsleistungen zudem die von ihnen getragenen Beiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung des Ex-Partners steuerlich geltend machen.

Kirchensteuer Die gezahlte Kirchensteuer können Steuerzahler voll steuerlich geltend machen (Zeile 42). Freiwillige Zahlungen über die Pflichtbeiträge hinaus sollten Steuerzahler als Spenden verrechnen.

Spenden Spenden für steuerbegünstigte Zwecke können Steuerzahler bis zu 20 Prozent des Gesamtbetrags ihrer Einkünfte steuerlich geltend machen (Zeilen 45-51). Wer eine größere Summe spendet, kann den restlichen Betrag im folgenden Jahr verrechnen. Zuwendungen an Parteien und Wählervereinigung werden sogar direkt von der Steuerschuld abgezogen. Dabei akzeptieren die Finanzämter bei Alleinstehenden 1650 Euro und bei Verheirateten 3300 Euro jeweils zur Hälfte. Darüber hinaus können Steuerzahler Zuwendungen an Parteien bis zu 1650 oder 3300 Euro als Sonderausgaben verrechnen.

Betreuungskosten und Schulgeld Ausgaben für die Betreuung der Kinder sowie Schulgeld tragen Eltern in die „Anlage Kind“ ein.

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