Globalisierung

Der Modeindustrie gehen Länder mit Niedriglohn aus

Der Textilindustrie gehen die Billig-Standorte aus.

Viele Jahrzehnte lang zog die Karawane der Webereien, Färbereien und Nähfabriken von einem Niedriglohnland ins nächste. Diese Möglichkeiten der Globalisierung nähern sich nach Einschätzung des deutschen Modeindustrieverbands GermanFashion nun dem Ende. Mittelfristig könnte sich damit die Lage für die Beschäftigten in den heutigen Schwerpunkt-Regionen verbessern. Sie wären besser vor der immerwährenden Konkurrenz von Ländern geschützt, deren einziger Wettbewerbsvorteil in niedrigen Arbeits- und Produktionskosten besteht. Deshalb war die Textilerzeugung in den 50er-Jahren zunächst von den nördlichen Industrieländern in südliche europäische Standorte wie Portugal gewandert, von dort aus dann nach China und zuletzt nach Vietnam, Bangladesch oder Kambodscha. Dass sich in den Fabriken in diesen Ländern bereits etwas verbessert hat, bestätigen unabhängige Experten. „Die Branche ist derzeit sehr stark um Schadensbegrenzung bemüht“, sagte etwa Thomas Harms, Handelsexperte bei der Beratungsgesellschaft Ernst&Young. Für die Konsumenten dürfte es zu steigenden Preisen kommen.