Stellenabbau

HypoVereinsbank schließt Filialen und streicht Jobs

Die HypoVereinsbank (HVB) plant einen grundlegenden Umbau ihres Privatkundengeschäfts.

Die Bank wolle einerseits stark in den Ausbau ihres Multikanal-Geschäfts investieren, sagte Vorstandschef Theodor Weimer der Berliner Morgenpost. Im gleichen Atemzug erwägt das Geldhaus nach Informationen der Morgenpost, fast die Hälfte seiner 584 Filialen zu schließen und knapp 1600 Stellen zu streichen.

Weimer selbst wollte die Zahlen weder ausdrücklich bestätigen noch dementieren: „Filialen werden geschlossen, weil die Kunden diesen Vertriebsweg nicht mehr nutzen und andere Angebote einfordern“, sagte er. Die HVB habe den durch die digitale Revolution im Bankgeschäft ausgelösten „historischen Umbruch“ frühzeitig vorempfunden und mit dem Aufbau ihres Multikanal-Angebots reagiert. „Nun vollziehen wir als erste Bank in Deutschland eine grundlegende Modernisierung des Privatkundengeschäfts“, sagte Weimer.

„Bis Ende 2016 werden wir uns als echte Multikanalbank aufstellen und massiv in mobile und internetbasierte Angebote sowie in die Attraktivität unserer Filialen investieren.“ Über die Details spreche er derzeit mit den Arbeitnehmervertretern. Mehr als 300 Millionen Euro wolle sich die Bank den Umbau des Privatkundengeschäfts kosten lassen. „Wir haben jahrelang zu wenig investiert, eine Kostenoptimierungsstrategie gefahren. Nur bei Multikanal haben wir gezielt investiert. Der Vorsprung dort aber hält nicht lange an, wenn wir nicht nachlegen.“ 150.000 Euro veranschlagt der Bank-Chef im Schnitt für die Trennung von einem Mitarbeiter. Bei 1600 abzubauenden Stellen wären damit rund 240 Millionen Euro fällig.