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Nach Prokon-Krisenrunde sind Verantwortliche leicht optimistisch

Zwei Tage nach dem Insolvenzantrag von Prokon haben sich die Verantwortlichen zuversichtlich gezeigt, wichtige Fragen zur angestrebten Rettung des Windkraft-Unternehmens sind aber weiter offen.

Er sei verhalten optimistisch, „dass wir auf einem guten Weg sind“, sagte der vorläufige Insolvenzverwalter Dietmar Penzlin am Freitag in Itzehoe bei Hamburg nach einem Krisengespräch. So kurz nach dem Insolvenzantrag lasse sich die Situation aber noch nicht verlässlich einschätzen. Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) versicherte den Beschäftigten: „Wir lassen Sie nicht allein!“

Penzlin und Meyer erörterten mit den Spitzen der Stadt und des Kreises Steinburg die Lage. Vertreter der Arbeitsagentur, der Wirtschaftsförderungsgesellschaften des Landes und der Gewerkschaften nahmen ebenfalls teil, um die Möglichkeiten auszuloten.

Minister Meyer sagte: „Jetzt geht es darum, dass der vorläufige Insolvenzverwalter eine Strategie entwickelt und wir ihn dabei begleiten.“ Land, Kreis und Stadt wollten Flagge zeigen, „dass wir uns kümmern und Hilfe anbieten“. Meyer sprach von einem „sehr konstruktiven, offenen Gespräch“. Er habe „ein gutes Gefühl“, sagte der Minister.

Die Aufrechterhaltung des Produktionsbetriebs des Windkraft-Unternehmens ist laut Penzlin zunächst die vorrangige Aufgabe. „Im Kernbereich Wind können wir guten Mutes sein“, sagte Penzlin. Er bestätigte, dass Prokon bereits vor dem Insolvenzverfahren Gespräche über den Wert und Verkauf von Windkraftanlagen begonnen habe, um frisches Geld zu bekommen.

Es sei aber juristisch noch ungeklärt, ob in der Phase des Insolvenzeröffnungsverfahrens überhaupt solche Sachwerte verkauft werden könnten. Um die Liquidität des Unternehmens mache er sich aber „mittelfristig“ keine Sorgen: „Die Windräder drehen sich ja weiter.“

Für die rund 75.000 Anleger, die Prokon rund 1,4 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt haben, heißt es abzuwarten. Während des Insolvenzeröffnungsverfahrens dürften gekündigte Genussrechtsscheine nicht ausbezahlt werden, bekräftigte Penzlin. Sollte ein Insolvenzverfahren eröffnet werden, habe die Sanierung des Unternehmens Vorrang vor Auszahlungen an die Anleger. Penzlin unterstrich erneut, dass nicht die gesamte Prokon-Gruppe einen Insolvenzantrag gestellt habe, sondern allein die Muttergesellschaft Prokon Regenerative Energien mit 480 Mitarbeitern.