Prüfung

Justiz nimmt ADAC als Verein unter die Lupe

Automobilclub will sich nach Skandal entschuldigen

Der ADAC muss nach der Affäre um den Autopreis „Gelber Engel“ um seinen Vereinsstatus bangen. Das Registergericht beim Amtsgericht München überprüft den Status des Autoclubs. Der Ausgang ist offen – und damit auch die Folgen, die der Wirbel um die geschönten Zahlen beim Preis „Lieblingsauto der Deutschen“ für den traditionsreichen Autofahrerclub am Ende haben könnte. Der bemüht sich vor allem gegenüber der Autoindustrie weiter um Schadensbegrenzung und kündigte eine umfassende Entschuldigung an.

Eine Sprecherin des Gerichts sagte am Donnerstag, Auslöser für die Prüfung sei ein Antrag gewesen. Die Justiz sei – auch wenn es die Möglichkeit dafür gebe – nicht von sich aus tätig geworden. Der Ausgang des Verfahrens sei offen. Lange wird der ADAC aber kaum auf eine Entscheidung warten müssen. „Das wird kaum länger als einen Monat dauern“, sagte die Sprecherin.

Der ADAC zeigte sich überrascht. „Der ADAC ist dem Gericht seit vielen Jahrzehnten bekannt“, sagte ein Sprecher. „Wir haben auch immer wieder Kontakt und Änderungen im Register. Es gab jedoch noch nie Beanstandungen in dieser Richtung.“ Zur Prüfung wollte er nichts sagen, da die Prüfung dem ADAC offiziell noch nicht bekannt sei. Über mögliche Folgen wollten weder Gericht noch ADAC spekulieren. Gegen Entscheidungen des Gerichts sind Rechtsmittel möglich.

Wegen der Fälschungen beim Autopreis „Gelber Engel“ will sich der ADAC bei den Autoherstellern und Zulieferern entschuldigen. Das werde auf allen Ebenen geschehen – im persönlichen Gespräch, telefonisch und auch schriftlich, sagte ein Sprecher des Autoclubs in München. „Auf höchster Ebene“ werde es einen offiziellen Brief geben. Bei einigen Herstellern habe der Club sich bereits entschuldigt, so der Sprecher. Beim Preis „Lieblingsauto der Deutschen“ hatte ADAC-Kommunikationschef Michael Ramstetter die Zahlen nach oben frisiert, er übernahm die Verantwortung und legte sein Amt nieder.

Unklar ist weiterhin die Zukunft des Autopreises. ADAC-Präsident Peter Meyer hatte der Branchen- und Wirtschaftszeitung „Automobilwoche“ gesagt, der Preis „Gelber Engel“ habe „sicherlich“ keine Zukunft. „Das war ein Totalschaden“, sagte er dem Blatt. „Wir denken im Moment überhaupt nicht darüber nach, ob wir so etwas Ähnliches wieder machen wollen.“

Großer Imageschaden

Ein ADAC-Sprecher in München hatte am Mittwochabend jedoch betont, es sei noch nicht entschieden, ob und in welcher Form es den Preis in Zukunft noch geben werde. Allerdings werde es die aufwendige Preisverleihung in der Allerheiligen-Hofkirche in der Münchner Residenz künftig definitiv nicht mehr geben, betonte er.

Der Autobauer VW hatte schon am vergangenen Dienstag erklärt, vorerst auf Werbung mit dem Autopreis „Gelber Engel“ zu verzichten. Voraussetzung für weitere Entscheidungen sei eine lückenlose Aufklärung durch den ADAC, anhand dieser Ergebnisse werde entschieden, wie man weiter mit dem Preis umgehe. Sollten Autohersteller entscheiden, „Gelbe Engel“ zurückzugeben, wäre dies ein weiterer Imageschaden für den Autoclub.