Appell

Prokon entschuldigt sich für Drohung gegen Anleger

Die von Insolvenz bedrohte Windanlagen-Firma Prokon hat sich an ihre Anleger gewandt und Fehler zugegeben.

„Wir bitten Sie ausdrücklich um Entschuldigung, wenn Sie sich durch unser Schreiben vom 10.01.2014 angegriffen oder gar bedroht gefühlt haben sollten“, heißt es in einer Mitteilung des Geschäftsführenden Gesellschafters Carsten Rodbertus auf der Internetseite des Unternehmens.

Rodbertus appellierte erneut an seine Anleger, auf eine Kündigung zu verzichten oder eine bereits ausgesprochene Kündigung zurückzunehmen. Er brauche Zeit, um die Genussrechte und das Unternehmen zu restrukturieren und wieder auf einen zukunftsfähigen Kurs zu bringen. Es sei im Interesse aller Anleger, eine Insolvenz zu verhindern.

Die Verbraucherzentrale Bundesverband hatte wegen des Schreibens vom 10. Januar eine einstweilige Verfügung gegen Prokon beantragt. Die Verbraucherschützer werfen dem Unternehmen vor, seine Anleger unangemessen unter Druck zu setzen. „Tatsächlich können wir in der jetzigen Situation keinerlei Rückzahlungen oder Zinsauszahlungen vornehmen“, heißt es in dem Schreiben.

Das Unternehmen hatte seine Anteilseigner darin aufgefordert, bis kommenden Montag zu erklären, dass sie ihr Kapital nicht abziehen. Andernfalls müsse Insolvenz beantragt werden. Gegenwärtig sind 227 Millionen von 1,4 Milliarden Euro Genusskapital gekündigt, weit mehr als die von dem Unternehmen für vertretbar gehaltenen fünf Prozent.

Prokon aus Itzehoe in Schleswig-Holstein investiert unter anderem in Windparks und finanziert sich fast ausschließlich über Genussrechte. Bei mehr als 75.000 Anlegern hat Prokon rund 1,4 Milliarden Euro eingesammelt. Bislang zahlte das Unternehmen den Anlegern regelmäßig bis zu acht Prozent Zinsen. Weil viele Anleger ihre Genussrechte gekündigt haben, ist das Unternehmen jedoch in einer Liquiditätsklemme.