Kostenprognose

Die USA geben eine Billion Dollar für Atomwaffen aus

Studie berechnet Kosten der nächsten 30 Jahre

Was könnte das umfangreiche Atomwaffenarsenal Amerikas den US-Steuerzahler künftig kosten? Eine Studie des renommierten, privaten US-Instituts CNS, das sich auf Untersuchungen zur Nichtverbreitung von Massenvernichtungswaffen spezialisiert hat, beantwortet die Frage: Die USA müssten in den nächsten 30 Jahren eine Billion Dollar, also 1000 Milliarden Dollar, (732 Milliarden Euro) in den Erhalt und die Modernisierung des Atomwaffenarsenals investieren, falls es bei den Planungen und Absichtserklärungen bleibt.

Die Autoren der 29-seitigen Studie beziehen sich bei ihren Berechnungen auf mehrere Rüstungsgroßprojekte, die zusammen dann zu der gewaltigen Summe führen. So kosten allein die Entwicklung, der Bau und die Wartung von 80 bis 100 neuen Überschall-Langstreckenbombern für Atomwaffen rund 100 Milliarden Dollar. Die geplante Anschaffung von zwölf neuen Super-U-Booten als Ersatz der 14 größten U-Boote der Ohio-Klasse mit Atombewaffnung wird mit 77 bis 102 Milliarden Dollar veranschlagt. Für die neuen U-Boote fallen fast 1,5 Milliarden Dollar Unterhaltskosten jährlich an.

Raketenabschuss aus Tunneln

Ein riesiger Kostenblock sei auch die Modernisierung der von Boeing gebauten, gut 400 Interkontinentalraketen Minuteman, heißt es in der Studie. Für den Nachfolgetyp Minuteman III, über den dieses Jahr entschieden werden könnte, rechnen die Analysten mit Kosten von bis zu 120 Milliarden Dollar. Dabei könnten die USA künftig ihre Langstreckenraketen nicht mehr nur aus Silos, sondern von mobilen Plattformen oder aus einem Tunnelsystem abfeuern. Auf rund 350 Milliarden Dollar veranschlagen die Analysten die Kosten für den Erhalt und den Bau modernerer Atomwaffen in den nächsten 30 Jahren.

Die Studie verweist darauf, dass die USA sowohl Interkontinentalraketen als auch U-Boote und Bomber als Träger für Atomwaffen nutzen. Allein von 2024 bis 2029 sollen nach bisheriger Planung fünf neue strategische U-Boote, 72 Langstreckenbomber und 240 neue Interkontinentalraketen in Betrieb genommen werden – in der Summe eine größere Lieferung an neuen Atomwaffenträgern an die US-Streitkräfte als das aktuelle Atomwaffenarsenal von China, Großbritannien und Frankreich zusammen.

Die Autoren gehen davon aus, dass die USA angesichts der Einsparungen im Haushalt des Staates auch über die Kosten der Nuklearbewaffnung diskutieren werden. Sie zitieren einen hochrangigen Militär, der eine ehrliche Debatte darüber fordert, wo es sich die USA noch leisten könnten zu investieren.