Betrug

Prozessbeginn gegen Teldafax-Manager im Februar in Bonn

Drei frühere Vorstandschefs des insolventen Billigstromanbieters Teldafax müssen sich vom 18. Februar an vor dem Landgericht in Bonn verantworten.

Die Staatsanwaltschaft wirft den Managern vor, die Insolvenz des Unternehmens über längere Zeit verschleiert und stattdessen zahlreiche Kunden durch Vorkasse-Tarifmodelle geschädigt zu haben.

Die Teldafax-Pleite aus dem Jahr 2011 gilt gemessen an der Zahl der Gläubiger als die größte Unternehmens-Insolvenz in der deutschen Geschichte. Mehr als 700.000 Kunden sollen geschädigt worden sein. Aus Gründen der Verfahrenseffizienz erhob die Staatsanwaltschaft aber nur in 241 eigens ausgewählten Fällen Anklage wegen gewerbsmäßigen Betrugs. Sie klagte die Ex-Chefs außerdem wegen Insolvenzverschleppung und Bankrotts an. Den Männern drohen mehrjährige Haftstrafen. Für den Prozess sind zunächst 16 Verhandlungstage bis Mitte Mai angesetzt.

Die Anklage wirft den Managern vor, den Insolvenzantrag von Teldafax bis Juni 2011 verzögert zu haben, obwohl die Firma schon im Sommer 2009 zahlungsunfähig gewesen sei. In Berlin hatte Vattenfall den Netzzugang von Teldafax am 18. Mai gesperrt – wegen ausbleibender Netznutzungsentgelte. 30.000 Berliner fielen damit an den Grundversorger Vattenfall zurück.