Sparsamkeit

Kunden kaufen immer häufiger Discounter- statt Markenartikel

Markenartikelhersteller wie Henkel, Oetker oder Nestlé geben jährlich viele Millionen für Produktentwicklung und Werbung aus.

Doch Supermärkte und Discounter machen ihnen mit deutlich günstigeren Eigenmarken wie „Ja!“, „Gut und Günstig“, „Rewe Feine Welt“ oder „Edeka Selection“ immer erfolgreicher Konkurrenz. Aktuell sollten bei vielen Markenartiklern die Alarmglocken schrillen. Denn nach einer neuen Umfrage der „Lebensmittel Zeitung“ und der Vermarktungsagentur UGW sehen inzwischen 59 Prozent der befragten Kunden keine spürbaren Unterschiede mehr hinsichtlich der Produktqualität zwischen Hersteller- und Handelsmarken.

Es sei das erste Mal, dass eine Mehrheit der Verbraucher den Handelsmarken so gute Noten gebe, heißt es in der Studie. Noch vor zwei Jahren hatten lediglich 37 Prozent der Befragten Handelsmarken und Markenartikel auf Augenhöhe gesehen. Jeder Fünfte könne sich inzwischen eine Welt ohne Markenartikel vorstellen. Nach Angaben der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) sank der Anteil der Markenkäufer zwischen 2009 und 2013 von 54 auf 45 Prozent. Gleichzeitig stieg die Zahl der Handelsmarken-Käufer deutlich.

Der Handel macht den Umstieg leicht, denn inzwischen gibt es Eigenmarken für alle Bedürfnisse. Neben Billigmarken wie „Ja“ oder „Gut und Günstig“ offerieren Edeka, Rewe und Co. auch Eigenmarken auf mittlerem Preisniveau wie „Rewe Beste Wahl“ und Premium-Produkte wie „Edeka Selcection“. Daneben gibt es oft noch eigene Marken für Bioprodukte oder regionale Lebensmittel.

Noch sei das Vertrauen der Kunden in Markenprodukte etwas größer als das in die Handelsmarken, so die Studie. Vor allem ältere Kunden ab 65 Jahren wollten nicht auf sie verzichten. Der Trend aber scheint klar – die Markenartikel-Hersteller müssen sich etwas einfallen lassen.