Zahlungsverkehr

Sepa: Was Sie jetzt wissen müssen

EU will Übergangsfrist bis 1. August verlängern. Die europäischen Notenbanken sind strikt dagegen

Für den bargeldlosen Zahlungsverkehr in ganz Europa beginnt in diesem Jahr eine neue Zeitrechnung. Unter dem Kürzel Sepa soll ein einheitlicher europäischer Zahlungsverkehrsraum entstehen. Die Berliner Morgenpost beantwortet die fünf wichtigsten Fragen.

Was bedeutet Sepa?

Sepa ist die Abkürzung für Single Euro Payment Area; auf Deutsch: Einheitlicher Euro-Zahlungsverkehrsraum. Dazu gehören die 28 EU-Länder sowie Island, Liechtenstein, Norwegen, die Schweiz und das Fürstentum Monaco. Vereinheitlicht werden in all diesen Ländern Überweisungen und Lastschriften, also so gut wie der gesamte Zahlungsverkehr, der nicht mit Bargeld abgewickelt wird. Die Dimension von Sepa ist gewaltig: Allein in Deutschland fallen jeden Arbeitstag rund 25 Millionen Überweisungen im Wert von 230 Milliarden Euro und 35Millionen Lastschriften im Wert von 52 Milliarden Euro an.

Ab wann muss man auf das neue System umsteigen?

Die bisherigen nationalen Zahl-Verfahren laufen im Grundsatz alle zum Stichtag 1. Februar 2014 aus. Ab diesem Zeitpunkt müssen zumindest Firmen, Vereine und der Staat in der Lage sein, mit dem neuen Verfahren umzugehen. Eine Übergangsfrist ist nicht angedacht – ein Grund, weshalb die EU nun die Reißleine gezogen hat. Betont hat man auch bei der Bundesbank stets, dass es keinen „Plan B“ gebe. Lediglich in Ausnahmefällen würden die Banken mit einer Überbrückung der Zahlung helfen, aber nur für wenige Tage. Verbraucher dagegen haben noch bis 2016 Zeit, sich auf das neue Format umzustellen, ebenso der Einzelhandel beim Elektronischen Lastschriftverfahren, also beim Bezahlen mit EC-Karte. Daueraufträge, etwa für die Miete, müssen gar nicht umgestellt werden – das erledigen die Banken automatisch.

Wie funktioniert die neue Kontonummer?

Mit Sepa bekommt jeder Kontoinhaber eine neue 22-stellige Kontonummer, die so genannte IBAN (International Bank Account Number/Internationale Bankkontonummer). Sie ersetzt die alten Kontonummern und Bankleitzahlen, führt diese aber auch weiter: eine korrekte IBAN in Deutschland besteht aus dem Länderkürzel DE, einer zweistelligen Prüfziffer sowie der Bankleitzahl und die Kontonummer hintereinander geschrieben. Neu merken muss man sich somit lediglich das Länderkürzel DE und die Prüfziffer.

Wen betrifft die Umstellung?

Die Umstellung auf das neue Verfahren betrifft jeden, der über ein Konto bei einer Bank verfügt, also Privatpersonen, Unternehmen, Vereine, andere gemeinnützige Organisationen. Auch die staatlichen Kassen, sprich Stadtkämmereien, aber auch Bundes-Behörden, sind von Sepa betroffen. In Deutschland hat gerade der öffentliche Sektor im Gegensatz zu vielen anderen Ländern laut Bundesbank noch erheblichen Nachholbedarf bei der Umstellung.

Welche Vorteile hat Sepa?

Der größte Vorteil für für die Nutzer sind sinkende Gebühren für grenzüberschreitende Zahlungen. Sie werden in Zukunft nur noch soviel kosten wie Zahlungen innerhalb Deutschlands. Das sind vor allem für die Firmen gute Nachrichten, die viele Geschäfte mit dem Ausland abwickeln. Fehlerhafte Lastschriften können binnen acht Wochen nach Belastung des Kontos rückgängig gemacht werden.