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Widerstand bei Amazon

Belegschaft In der Amazon-Belegschaft formiert sich Widerstand gegen die Streiks, die die Gewerkschaft Ver.di organisiert. Bereits Ende Dezember waren in Leipzig und Bad Hersfeld mehr als 1000 Unterschriften gegen eine „negative Darstellung“ des Unternehmens in der Öffentlichkeit gesammelt worden. Initiatorin Sandra Münch plant als nächstes, T-Shirts mit der Aufschrift „Pro Amazon“ zu bedrucken – auf Kosten der Mitarbeiter. Sie wollten zeigen, dass sie gern beim US-Onlinehändler arbeiteten und nicht hinter den Ver.di-Streiks stünden. In Leipzig haben Münch zufolge etwa 720 und am größten deutschen Amazon-Standort in Bad Hersfeld rund 280 Mitarbeiter unterschrieben. Münch, die nach eigenen Angaben seit 2006 im Amazon-Versandzentrum Leipzig arbeitet, sagte: „Ich bin absolut zufrieden, sonst hätte ich das auch nicht gemacht.“ Der Arbeitskampf, mit dem Ver.di einen Tarifvertrag zu Einzelhandelskonditionen durchsetzen wolle, sei nicht in ihrem Sinne. Es hätten mehr Personen ihren Aufruf unterschrieben, als sich an den Streiks im Weihnachtsgeschäft beteiligt hätten.

Streiks Ver.di reagierte zurückhaltend. Auch die Streikenden arbeiteten gern bei Amazon. Es könne aber nicht sein, dass es keine tariflichen Regelungen gebe. Die Gewerkschaft hat weitere Streiks angekündigt. Amazon zahlt angelehnt an den für Mitarbeiter ungünstigeren Logistiktarif.