Statistik

Preise in Berlin steigen überdurchschnittlich

Die Inflationsrate 2013 liegt bundesweit bei 1,5 Prozent. Kraftstoffe und Öl werden billiger

Fallende Preise für Kraftstoffe und Heizöl haben die Inflationsrate in Deutschland im vergangenen Jahr auf den niedrigsten Stand seit 2010 gedrückt. Die Verbraucherpreise stiegen 2013 um 1,5 Prozent nach 2,0 Prozent im Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden nach ersten Berechnungen berichtete. In Berlin stiegen die Preise 2013 überdurchschnittlich wie im Vorjahr um 2,2 Prozent, unter anderem weil sich Strom verteuerte. In Brandenburg betrug die Inflationsrate wie 2012 auch 1,3 Prozent.

Das Statistische Bundesamt gibt die Einzelheiten erst am 16. Januar bekannt. Das nordrhein-westfälische Landesamt in Düsseldorf meldete jedoch etwa ein Minus bei den Kraftstoffpreisen von 3,3 Prozent – damit wurde Sprit im Jahresdurchschnitt erstmals seit 2009 wieder günstiger. Der ADAC trat bereits auf die Euphoriebremse: „Trotz der für die Autofahrer erfreulichen Entwicklung war 2013 das zweitteuerste Tankjahr aller Zeiten“, schränkte der Automobilklub ein.

Heizöl verbilligte sich nach den Angaben aus Düsseldorf im Jahresdurchschnitt sogar um 5,9 Prozent. Dagegen zogen die Strompreise wegen der im Zuge der Energiewende erhöhten Umlagen überdurchschnittlich um 11,2 Prozent an. Nordrhein-Westfalen ist das bevölkerungsreichste Bundesland.

Bundesweit stiegen die Verbraucherpreise im Dezember im Vergleich zum November um 0,4 Prozent. Auf Jahressicht legten sie um 1,4 Prozent zu – nach 1,3 Prozent im November und dem Jahrestief von 1,2 Prozent im Oktober. In Berlin betrug das plus im Dezember im Vergleich zu November 0,4 Prozent, im Vergleich zum Dezember 2012 stiegen die Preise um 2,1 Prozent. Vor allem Strom verteuerte sich um 16,8 Prozent, Heizöl, Kraftstoffe und Gas waren dagegen 3,4 Prozent billiger. Nahrungsmittel kosteten danach im Dezember 2013 im schnitt 3,5 Prozent mehr als im Dezember 2012.

„Wir gehen davon aus, dass sich der moderate Aufwärtstrend bei den Preisen fortsetzt“, sagte der Deutschland-Experte des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Simon Junker. Auch Commerzbank-Volkswirt Johannes Werner prophezeite: „Die gute Konjunktur sowie stärker steigende Löhne sprechen dafür, dass der Preisauftrieb in den kommenden Quartalen langsam anzieht.“ Außerdem werde die Energiewende die Strompreise weiter steigen lassen.

Während die Energiepreise 2013 sanken und die Verbraucher vom Ende der Praxisgebühr profitierten, mussten sie bei Lebensmitteln teils herbe Preissteigerungen hinnehmen. Zunächst behinderte der lange und kalte Winter die Ernten, dann die Flut in Süd- und Ostdeutschland.

Der für europäische Zwecke berechnete harmonisierte Verbraucherpreisindex lag 2013 bei voraussichtlich 1,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie die Statistiker mitteilten. Diese Zahlen werden auf Grundlage eines anderen Warenkorbs berechnet. Sie sind Maßstab der Europäischen Zentralbank, die bei einer mittelfristigen Inflation von knapp 2,0 Prozent von stabilen Preisen spricht.