Zusammenschluß

Bayer darf Krebsspezialisten aus Norwegen übernehmen

Das Bundeskartellamt hat der von Bayer geplanten Übernahme der norwegischen Pharmafirma Algeta ohne Auflagen zugestimmt.

Diese Freigabe war eine der wesentlichen Bedingungen für die Bayer-Offerte. Der Pharma- und Chemiekonzern bietet für den Krebsspezialisten 1,9 Milliarden Euro. Das Management von Algeta hat der Offerte bereits zugestimmt und den Anteilseignern empfohlen, das Angebot anzunehmen. Der Angebotspreis liegt 37 Prozent über dem Schlusskurs vom 25. November, dem Tag bevor die Nordeuropäer das Angebot von Bayer erhalten hatten.

Beide Unternehmen arbeiten bereits seit einigen Jahren in der Krebsmedizin zusammen. Seit 2009 kooperieren sie bei dem Prostatakrebsmittel Xofigo, einem der fünf wichtigsten neuen Arzneien von Bayer. Konzernchef Marijn Dekkers traut Xofigo – alle Behandlungsgebiete zusammengenommen – mehr als eine Milliarde Euro Umsatz im Jahr zu. Klappt die Übernahme von Algeta würde Bayer die volle Kontrolle über das Medikament erhalten und könnte dann sämtliche Einnahmen für sich buchen. Xofigo gibt radioaktive Alphastrahlung ab und soll so gezielt gegen Krebszellen in den Knochen wirken. Erst unlängst wurde die Arznei in Europa zur Behandlung von Prostatakrebs-Patienten mit Knochenmetastasen zugelassen. In den USA vertreiben Algeta und Bayer das Medikament gemeinsam, die Norweger erhalten die Hälfte der Einnahmen. Außerhalb der USA wird Algeta von Bayer bislang an den Umsätzen beteiligt.

Algeta hat zudem weitere Krebswirkstoffe entwickelt, die auf der radioaktiven Substanz Thorium 227 basieren. Hierbei kooperieren die Norweger unter anderem mit dem französischen Pharmakonzern Sanofi. Thorium 227 ist eine nach dem nordischen Donnergott Thor benannte Substanz, die wie der Xofigo-Wirkstoff radioaktive Alpha-Strahlung abgibt und auf diese Weise Krebszellen bekämpft.