Gesundheit

Bayer erleidet Rückschlag mit neuem Augenmittel Eylea

Bayers neues Augenmittel Eylea ist bei einer wichtigen Bewertung des Nutzens für die Patienten durchgefallen.

Bei einem Vergleich des Medikaments mit dem Novartis-Konkurrenzmittel Lucentis lasse sich kein Zusatznutzen belegen, teilte das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) am Donnerstag mit. Damit drohen dem Konzern Einnahmeeinbußen in Deutschland. Dem neuen Bayer-Darmkrebspräparat Stivarga bescheinigte das IQwiG dagegen Vorteile – wenn auch nur geringe. Eylea und Stirvaga sind Hoffnungsträger von Bayer. Der Konzern traut den Arzneien in der Spitze jeweils Jahresumsätze oberhalb der Milliardenschwelle zu.

Die Nutzenbewertungen des Instituts haben erheblichen Einfluss auf die Erstattungspreise der Krankenkassen. Denn auf Grundlage der IQWiG-Prüfung fällt der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) sein Urteil über die Vorteile für die Patienten. Fällt ein Präparat durch, darf der Erstattungspreis nur im Rahmen vergleichbarer älterer Medikamente liegen, diese sind meist deutlich günstiger. Alle neu zugelassenen Arzneien müssen seit 2011 diese Nutzenprüfung durchlaufen. Das IQWiG prüfte Eylea als Medikament gegen Sehverlust, der auf einen Verschluss der Zentralvene in der Netzhaut mit nachfolgendem Makulaödem zurückzuführen ist. Laut IQWiG wurden die Patienten in den vom Konzern eingereichten Studien sowohl mit Eylea als auch mit dem Vergleichspräparat Lucentis anders behandelt als es die Zulassung vorsieht. Bayer will nun innerhalb der nächsten drei Wochen beim G-BA seine Argumente nochmals vorbringen. Der G-BA fällt sein endgültiges Urteil binnen drei Monaten.

Dem neuen Bayer-Darmkrebspräparat Stivarga bescheinigte das IQwiG hingegen einen geringen Zusatznutzen. Patienten lebten etwas länger, allerdings seien bei der Arznei häufiger schwere Nebenwirkungen aufgetreten.