Finanzen

2013 ließ sich kinderleicht Geld verdienen

Die Börsen legen eine Rallye hin. Auch einige Anleihen überraschen. Edelmetall-Anleger haben das Nachsehen

Geldverdienen war im abgelaufenen Jahr kinderleicht. Man musste einfach nur Aktien kaufen, wenn es mit den Kursen mal bergab ging, mutig nachkaufen und sonst nicht weiter über das Wie des Sparens nachdenken. Eine kritische Analyse der Krisen, Kriege und sonstigen Konflikte war eher hinderlich. Denn die Aktienkurse stiegen schlichtweg immer weiter, äußere Einflüsse interessierten an den Märkten niemanden. Weder die Staatspleite von Zypern, die Krise der Schwellenländer oder der Krieg in Syrien konnten verhindern, dass der Dax zum Jahresende 25,5 Prozent höher steht als Anfang Januar. Das ist das zehntbeste Jahr in der 25-jährigen Geschichte des Börsenbarometers.

Sparer konnten mit dem Dax in den vergangenen zwölf Monaten drei Mal so viel verdienen wie im langjährigen Schnitt. Wer 1000 Euro in den Index packte, hat daraus exakt 1254,80 Euro gemacht. Noch besser lief es bei den kleineren Brüdern und Schwestern des Dax. Der Index der Kleinstwerte SDax legte 29,3 Prozent zu, die mittelgroßen Titel im MDax sogar 39,1 Prozent. Und das Technologiebarometer TecDax gewann sogar 40,9 Prozent an Wert.

Deutsche Aktien verbuchten im Jahr 2013 einen Wertgewinn von 290 Milliarden Euro, rein statistisch betrachtet beträgt der Zuwachs damit 3540 Euro pro Bundesbürger. Doch nur die wenigsten privaten Sparer haben 2013 wirklich einen guten Schnitt gemacht. Denn die Bundesbürger bleiben den Börsen weiter fern oder wenden sich sogar von Dividendenpapieren weiter ab. Seit Januar haben sie sechs Milliarden Euro aus Aktienfonds abgezogen. Stattdessen flossen weitere Milliarden auf Tagesgeldkonten oder Sparbücher. Doch hier konnten die Anleger kaum etwas verdienen. Aus 1000 Euro wurden in diesem Jahr gerade mal 1010 Euro, bei Sparbüchern sogar nur 1004 Euro.

Auch mit Bundesanleihen war 2013 kein Blumentopf zu gewinnen. Wegen der Kursverluste in den vergangenen Wochen blieb den Investoren nicht einmal der magere Kupon als Wertgewinn übrig. Vielmehr steht bei lang laufenden Schuldtiteln des deutschen Staates unter dem Strich sogar ein leichtes Minus. Der RexP steht zum Jahresende 0,4 Prozent im Minus. Damit wurde 2013 eine jahrelange Gewinn-Serie beendet. Seit dem Jahr 2000 konnten Anleger mit Bundesanleihen Jahr für Jahr Geld verdienen. Im Finanzkrisenjahr 2008 ging es sogar 10,2 Prozent mit dem Anleihe-Barometer RexP nach oben. Im vergangenen Jahr betrug das Plus immerhin noch 4,6 Prozent. Viele Experten argwöhnen, dass damit der langjährige Bullenmarkt für Renten zu Ende sein könnte.

Noch dramatischer fiel das Ende einer anderen Gewinn-Serie aus. Die Goldrallye kam nach zwölf Jahren mit ununterbrochenen Wertzuwächsen zu einem abrupten Ende. Die Notierungen rutschten um 28 Prozent ab. Das ist der schärfste Einbruch in einem Jahr seit 1981. Viele Investoren verloren das Vertrauen in das Krisenmetall. Aus Gold gedeckten Indexfonds zogen die Anleger ein Drittel der Mittel ab. Die Anzahl an Barren, die in den Indexfonds stecken, ist auf dem niedrigsten Stand seit November 2009 angekommen. Für Bundesbürger fällt das Minus bei Gold sogar noch heftiger aus. Da der Dollar zum Euro in diesem Jahr vier Prozent abgewertet hat, sind von 1000 Euro in Goldanlagen zum Jahresanfang nur noch 694 Euro übrig.

Überraschungssieger waren griechische Staatsanleihen, die um mehr als ein Drittel zulegten. Wer zum Jahresanfang den Mut besaß, 1000 Euro in griechische Schuldtitel zu stecken, kann nun auf 1360 blicken. Diese Wette dürften nur wenige Deutsche eingegangen sein, weil viele beim Schuldenschnitt 2012 eine Menge Geld verloren hatten.

Insgesamt stellt die Euro-Zone für viele Experten die Überraschung 2013 dar. Denn die wahre Geschichte besteht nicht aus dem Staatsbankrott in Zypern oder der politischen Krise in Italien und Portugal. Die wahre Geschichte ist die Ruhe an den Märkten. Die Risikoaufschläge der Peripherie sind geschrumpft, was die gute Wertentwicklung griechischer oder auch spanischer Staatsanleihen erklärt. Und einige Experten wie Holger Schmieding von der Berenberg Bank haben zuletzt sogar das Ende der Euro-Krise ausgerufen. „Unsere Zunft hat die kurssteigernden Effekte des billigen Geldes einfach unterschätzt“, kommentiert Carsten Brzeski, Chefökonom bei der ING Diba, die Hausse. „Die Notenbanken haben neues Terrain betreten. Es gab noch nie eine so lange Phase der ultralockeren Geldpolitik.“