Verbraucher

Umtauschen leicht gemacht

Unliebsame Geschenke unter dem Baum? Der Ärger über Socken und Krawatten muss nicht lange anhalten

Socken, Oberhemd, Schlips – kurz: SOS – heißen im Volksmund jene Verlegenheitsgeschenke, die Jahr für Jahr millionenfach unter dem Weihnachtsbaum liegen. Bei jenen Präsenten fragen sich die Beschenkten meist schon beim Auspacken, wie sie sie am besten wieder loswerden können. Manchmal hat der Weihnachtsmann auch schlichtweg daneben gegriffen: Da ist die Bluse zu groß, das Buch wird doppelt geschenkt oder der MP3-Player funktioniert nicht.

Kein Problem, denken da die meisten Menschen – tauscht man die unnützen Sachen eben wieder um. Doch wenn die geschenkten Dinge funktionstüchtig sind, ist es nicht ganz so einfach: „Hat man die Geschenke in einem Laden gekauft, so kann man sie nicht einfach zurückgeben“, sagt Christian Kotz, Rechtsanwalt aus Kreuztal bei Siegen. Ein Recht auf Umtausch, das viele Verbraucher als selbstverständlich betrachten, gibt es nämlich nicht. „Viele Händler gewähren jedoch aus Kulanz einen Umtausch“, beschwichtigt Kotz.

„Wer sich beim Kauf eines Geschenkes nicht sicher ist, das Richtige gefunden zu haben, sollte sich vorsichtshalber die Möglichkeit zum Umtausch des Geschenks nach dem Fest schriftlich bestätigen lassen“, sagt Bettina Dittrich von der Verbraucherzentrale Sachsen. Viele größere Händler drucken eine entsprechende Bestätigung auf den Kassenbon. „Daher ist es wichtig, den Kassenzettel auch bei Artikeln, die man verschenken möchte, aufzubewahren“, sagt Dittrich. Preisreduzierte Waren können von diesem Kulanzangebot ausgenommen sein. Außerdem müssen die Händler bei einem solchen Umtausch kein Geld zurückerstatten, sondern können auf den Tausch gegen andere Waren oder einen Gutschein bestehen.

Anders verhält es sich, wenn das Geschenk defekt ist: „Fehlerhafte Geschenke können innerhalb von zwei Jahren ab dem Kauf reklamiert werden”, erklärt Verbraucherschützerin Dittrich. Hier hilft den Verbrauchern die gesetzliche Gewährleistungspflicht. „Ist die erhaltene Ware mangelhaft, so muss man als Käufer vom Verkäufer ‚Nacherfüllung’ verlangen“, erläutert Rechtsanwalt Kotz das rechtliche Prozedere. „Der Verkäufer kann die Ware reparieren oder austauschen. Schlägt die Nacherfüllung fehl, so kann der Käufer vom Kaufvertrag zurücktreten oder den Kaufpreis mindern.“

Innerhalb der ersten sechs Monate nach dem Kauf muss der Käufer auch nicht den Nachweis dafür antreten, dass die Ware schon beim Kauf defekt war. „Es spricht auch nichts dagegen, dass nicht der Käufer, sondern der Beschenkte reklamiert“, so Dittrich. Notfalls muss dem Beschenkten eben der Kassenzettel nachgereicht werden. Bei der Rücknahme mangelhafter Produkte ist der Händler auch dazu verpflichtet, das Geld auszubezahlen.

Manchmal gibt es aber auch ganz regulär bei vollständig funktionsfähigen Geschenken ein Recht auf Umtausch: beim Online-Kauf nämlich. „Wurden die Weihnachtsgeschenke vom Verbraucher in einem Internetshop, per Telefon, Fax oder im Versandhandel gekauft, ist ein Fernabsatzvertrag entstanden“, erklärt Anwalt Kotz. „Die Verträge können dann innerhalb von zwei Wochen ab Erhalt der Ware widerrufen werden.“

Die Frist beginnt mit dem Tag des Eingangs beim Empfänger, der dann allerdings nicht der Beschenkte ist, sondern zunächst der Schenker. Hat der zu früh beim Onlineweihnachtsmann bestellt, ist das Georderte daher auch nicht widerrufbar. Beim Online-Widerruf muss immer der aktiv werden, der auch gekauft und bezahlt hat. Unglücklich Beschenkte müssen also den Schenker darum bitten, den Kauf zu widerrufen und die Waren zurückzusenden.

Eine Ausnahme gibt es allerdings: Veranstaltungstickets. Sie sind auch beim Online-Kauf vom Widerrufsrecht ausgeschlossen. Als letzter Ausweg bietet sich das Internet an: Schließlich lassen sich Konzertkarten ganz gut bei Ebay versteigern und auf diese Weise zu Geld machen. Auch wenn sich ein Händler weigert, einwandfreie aber unnütze Geschenke zurückzunehmen oder die 14-tägige Widerrufsfrist beim Online-Kauf abgelaufen ist, ist das Internetauktionshaus eine beliebte Anlaufstelle, um unnütze Geschenke zu Geld zu machen.

Wer nicht ständig seine Ebay-Auktionen im Blick behalten möchte, kann auch Online-Ankaufsdienste wie Rebuy.de oder Momox.de nutzen. Bei beiden Diensten kann man neben Handys und Tablets auch Bücher, CDs, DVDs oder Spiele zu Geld machen.