„Westerwelle Foundation“

Eine Stiftung von Guido Westerwelle

Partner Internet-Milliardär Ralf Dommermuth. Büros am Kudamm

Der Kurfürstendamm 213 gehört zu den feinen Adressen. Ein nobler Altbau aus den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts mit Stuckfassade und vier einigermaßen pompösen Säulen am Eingang, der unter Denkmalschutz steht. Rechtsanwälte gibt es hier, eine Praxisgemeinschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Tenniskleidung von Lacoste sowie Nobelhemden der Marke van Laack.

Und demnächst auch die „Westerwelle-Foundation – Stiftung für internationale Verständigung“. Damit ist heraus, was Deutschlands jetzt nur noch Ex-Außenminister Guido Westerwelle künftig machen will. Einstweilen jedenfalls. Zusammen mit dem milliardenschweren Internet-Unternehmer Ralph Dommermuth – Vorstandschef und größter Mitbesitzer der United Internet AG mit Marken wie 1&1, GMX, web.de – hat der FDP-Mann seine eigene Stiftung gegründet. Praktischerweise ist seine Berliner Wohnung gleich um die Ecke.

Im Januar soll die Arbeit beginnen. Zuvor müssen die repräsentativen Räume am Kudamm noch renoviert werden. Als gemeinnützig anerkannt ist die „Westerwelle Foundation“ aber schon. Im Mittelpunkt der Arbeit: der „internationale Einsatz für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, soziale Marktwirtschaft, Toleranz und wirtschaftliche Teilhabe“ – mit Schwerpunkt auf den Möglichkeiten durch das Internet.

Als Vorsitzender des Stiftungsvorstands will Westerwelle wie die letzten vier Jahre weiter viel durch die Welt reisen. Im Unterschied zu Joschka Fischer, der nach seinem Abschied aus dem Auswärtigen Amt ein Beratungsunternehmen (Joschka Fischer&Company) gegründet hat, will der FDP-Mann allerdings nur ehrenamtlich unterwegs sein. Was nicht bedeutet, dass es dabei bleiben muss.

An der Seite hat Westerwelle dabei einen der reichsten Deutschen: Mit seinen verschiedenen Internet-Marken hat es Dommermuth innerhalb von wenigen Jahren zum Milliardär geschafft. Seine Anteile sind an der Börse aktuell etwa 2,5 Milliarden Euro wert. Der 50-Jährige aus Montabaur im Westerwald ist einer von Westerwelles Duzfreunden. Bei Auslandsreisen war er auch schon mal in der offiziellen Ministerdelegation dabei.

Bis es mit der Stiftungsarbeit losgeht, will Westerwelle aber erst noch eine Zeitlang ausspannen. „Ich werde erst mal Urlaub machen, Abstand gewinnen und Pläne schmieden. Spannende Ideen gibt es viele.“ Weihnachten verbringt er auf Mallorca, wo er zusammen mit Ehemann Michael Mronz ein Haus besitzt. Am Tag danach feiert er dort auch seinen 52. Geburtstag. Kein Alter eigentlich, um sich mit Stiftungsarbeit zu begnügen.