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Das flachste Geschenk unterm Christbaum

Eine gute Idee für Unentschlossene: Das Geschäft mit Gutscheinkarten wächst

Sie sind klein, bunt und spiegeln unseren Zeitgeist wider. Wer nicht so viel Zeit hat oder nicht genau weiß, was er seinen Liebsten schenken soll, geht auf Nummer sicher. Erwerben kann man sie an vielen Tankstellen, in Supermärkten oder übers Internet: Gutscheinkarten im Scheckkartenformat. Überall hängen sie meist im Kassenbereich herum, die Plastikkärtchen von i-Tunes, Obi, H&M, Amazon oder Media-Saturn. In diesem Jahr könnte mit diesen Karten zu Weihnachten ein Umsatz von etwa zwei Milliarden Euro erzielt werden, schätzt der Einzelhandelsverband HDE.

Gemessen am Weihnachtsgeschäft mache das zwar nur einen Anteil von etwa drei Prozent aus. Aber mit steigender Tendenz. Besonders nach dem Fest freuen sich Händler über ein Zusatzgeschäft, wenn die Menschen die Läden stürmen, um die Gutscheine einzulösen. Dann wird meist noch darüber hinaus gekauft.

„Geschenkgutscheine sind individuell und erfüllen maximale Freiheit“, wirbt die Sprecherin des Geschenkkartenspezialisten retailo, Silke Fischer. Der Marktführer in Deutschland, der seit Monatsbeginn zum US-Prepaid-Anbieter Blackhawk Network gehört, verfügt im deutschsprachigen Raum über ein Netzwerk von mehr als 40 000 Verkaufsstellen: Tankstellen, Lotto-Annahmestellen, Drogerien, Bankfilialen und Supermärkte. Verkauft werden die Plastikcoupons von Unternehmen wie Douglas, C&A, Ikea, Zalando oder Tchibo.

Viele schätzten die kleinen Karten, weil es sie aus der Verantwortung entlässt, das Richtige zu kaufen. „Die Verbraucher haben die Chance bis zur letzten Minute aus einer riesigen Vielfalt an Gutscheinen zahlreicher Top-Marken zu wählen“, sagt Fischer. Und wem erst bei der Bescherung unterm Weihnachtsbaum einfalle, dass ihm ein Geschenk fehlt, der könne Gutscheine auch als Geschenke-E-Mail oder Geschenke-SMS versenden.

Von einem seit Jahren anhaltenden Trend mit teils zweistelligen Wachstumsraten berichtet die Textilkette C&A, ohne Zahlen zu nennen. „Unsere Kunden schätzen sie, weil sie nicht nur bei uns, sondern auch an vielen anderen Verkaufsstellen erworben werden können“, sagt ein Unternehmenssprecher. Einlösen könne man sie in mehr als 500 C&A-Filialen. Der Gutscheinbetrag könne zudem in mehreren Teilbeträgen zum Einkauf genutzt werden.

Für den Möbelhändler Ikea ist es das „flachste Paket, das wir je hatten.“ Ob zum Geburtstag, als Dankeschön oder für Glückwünsche – „die Geschenkkarte ist ein zusätzliches Verkaufsinstrument und aus diesem Grund auch ein wichtiger Bestandteil von Ikea“, betont eine Unternehmenssprecherin. Bei Douglas gibt es mittlerweile Kombi-Gutscheine, die nicht nur in den Parfümerie-Filialen, sondern auch bei den Konzerntöchtern Christ (Schmuck) und Thalia (Bücher) eingelöst werden können. Zudem können sie jederzeit wieder aufgeladen werden. „Sie sind extrem beliebt, bei Privat- und Firmenkunden“, sagt ein Sprecher. Das Geschäft mit den Plastikkärtchen laufe das ganze Jahr über gut.

Nach einer Umfrage des Branchenverbands HDE sind Geschenkkarten für Kleidung und Elektronik besonders beliebt. Unbefristete Gutscheine gelten laut HDE drei Jahre ab Ende des Jahres, in dem sie gekauft wurden. Für dieses Weihnachtsgeschäft heißt das, bis Ende 2016.