Vergleich

So spart man ganz leicht 5000 Euro

Deutsche verschenken täglich bares Geld. Schlechte Versicherungen oder teure Girokonten – die Kosten sind enorm

Bis zu 5000 Euro können Familien sparen, die ihre monatlichen Rechnungen optimieren. Das hat das Vergleichsportal Check24 ausgerechnet. Singles können den Berechnungen der Tarifexperten zu Folge immerhin 4600 Euro mehr auf dem Konto behalten. Alles was sie dafür tun müssen: Sie sollten ihre wichtigsten Verträge für Versicherungen, Strom, Gas, Telefon und Bankgeschäfte hervorholen und mit aktuellen Angeboten vergleichen – und dann gezielt wechseln. „Wenn Verbraucher das richtig machen, sparen sie nicht nur Geld, sondern bekommen in vielen Fällen auch noch mehr Leistung“, sagt Check24-Mann Daniel Friedheim.

Ganz so leicht ist es natürlich nicht, 5000 Euro weniger zu verschenken und dabei auch noch mehr rauszubekommen. Zum einen basieren die Zahlen des Onlineportals auf der Annahme, dass ein Verbraucher bislang noch nie in einen günstigeren Tarif gewechselt ist. Zum anderen ist es für Laien oftmals gar nicht leicht zu erkennen, ob ein Tarif, der im Monat weniger kostet auch tatsächlich gut ist. Denn was bringt schon eine günstige Hausratversicherung, die im Fall der Fälle nicht zahlt.

Ganz egal ob es um Versicherungsverträge, Strom- oder auch Mobilfunktarife geht: Wer nur auf den Preis schaut, bekommt nicht immer das beste Angebot. Das weiß auch Friedheim: „Keinesfalls sollten Verbraucher beispielsweise nur auf die monatliche Grundgebühr schielen, wenn sie sich für einen Anbieter entscheiden.“ Außer Kundenfreundlichkeit spielen für den Tarifexperten Vertragsdetails eine sehr große Rolle.

Auf was Verbraucher genau achten müssen, hängt davon ab, um welchen Vertrag es sich handelt. Bei Strom- und Gastarifen etwa hat Check24 Sparmöglichkeiten von 362 beziehungsweise 686 Euro für eine vierköpfige Familie ausgemacht. Wichtige Vereinbarungen, auf die Kunden bestehen sollten: Monatliche Zahlweise, keine Vorauskasse. Achtung auch vor Paketpreis-Modellen, die sich nur rechnen, wenn der Kunde seinen (zukünftigen) Verbrauch genau kennt. Als meist nicht empfehlenswert gelten auch lange Laufzeiten. Denn sie hindern, günstige Angebote wahrzunehmen, wenn sie am Markt sind. „Viele scheinbar günstige Tarife sind in der Erfahrung der Verbraucher schon nach ein bis zwei Jahren teurer als die Grundversorgung“, weiß Reinhard Goethe, Geschäftsführer des Energieportals Hauspilot.

Bei Versicherungsverträgen gilt es zunächst einmal, sich von überflüssigen Policen zu trennen. Der Bund der Versicherten hat eine Liste der unnötigsten Versicherungsverträge aufgestellt. Die Spitzenplätze dieser Liste des Grauens belegen die Sterbegeldversicherung, die Insassenunfallversicherung und die Unfallversicherung mit Prämienrückgewähr. Aber auch Brillenversicherung oder Versicherungen für Handy, Laptop und Co. sind den Experten zu Folge nur in Ausnahmefällen angesagt.

Wer Gegenstände an Wert besitzt, sollte über eine Hausratversicherung nachdenken. Laut Check24 bekommen Bürger einen Neuabschluss für eine 80 Quadratmeter große Wohnung ab 45 Euro pro Jahr. Mit Elementarschutz kostet die Police ab 65 Euro (deckt zusätzlich Schäden durch Erdbeben, Überschwemmungen oder Erdrutsche ab). Hausbesitzern empfehlen Versicherungsexperten den Abschluss einer Wohngebäudeversicherung. Kostenpunkt für ein 150 Quadratmeter großes neu gebautes Einfamilienhaus: ab 130 Euro pro Jahr ohne, 180 Euro pro Jahr mit Elementarschutz.

Besonders individuell ist der Beitrag für die Kfz-Versicherung. Hier haben Kunden aber derzeit kaum Chancen, noch in einen günstigeren Tarif zu wechseln. „Die Wechselsaison ist im Moment so gut wie vorbei – aktuell kommen kaum noch Gesellschaften mit besonders günstigen Tarifen auf den Markt.“ Jedes Jahr im Herbst überschlagen sich die Versicherungen seit Jahren mit günstigen Angeboten. Wer zum richtigen Zeitpunkt Ausschau hält, kann den Check24-Berechnungen zu Folge im Idealfall bis zu knapp 990 Euro (56 Prozent) sparen. Das ist auch eine lukrative Zeit für Vergleichsportale wie Check24, Toptarif oder Transparo, die ihr Geld mit Verbrauchern verdienen, die Tarife vergleichen oder wechseln.

Zu guter Letzt ist auch bei den Finanzangelegenheiten Geld zu sparen. Stiftung Warentest hat ermittelt, dass Bankkunden im Schnitt 13,36 Prozent Zinsen für den Dispokredit zahlen. Friedheim rechnet vor: Nimmt ein Verbraucher eine Kreditsumme von 3000 Euro über eine Laufzeit von 36 Monaten auf, entsteht ihm ein durchschnittlicher Gesamtdispobetrag von rund 3618 Euro. Bis zu 446 Euro sparen könne der Kunde, wenn er stattdessen einen günstigen Ratenkredit abschließt.