Konjunktur

Gute Auftragslage: Daimler kürzt in Berlin die Werksferien

Die Werke der deutschen Automobilhersteller arbeiten am Anschlag, selten waren Nachfrage und Ausstoß so groß wie in diesem Jahr.

BMW meldet eine Auslastung der deutschen Werke von 120 Prozent. In Leipzig laufen die Bänder anders als geplant schon unmittelbar nach Neujahr wieder an. Im Januar gibt es Zusatzschichten. Bei Volkswagen werden wegen der guten Nachfrage im Stammwerk Wolfsburg Sonderschichten gefahren, praktisch an jedem Wochenende des Jahres wurde zusätzlich produziert. Audi fährt die Produktion ebenfalls hoch. Und Daimler kürzt an den Standorten Stuttgart-Untertürkheim, Berlin, Hamburg, Bremen und im US-Werk Tuscaloosa (Alabama) die Werksferien zum Jahreswechsel, um die georderten Autos liefern zu können. Der Grund für den Boom: das gute Geschäft in den USA, vor allem aber der Kaufrausch in China. Der hat inzwischen eine Dimension erreicht, die Fachleuten unheimlich wird.

Die Branche ist und für 2014 optimistisch. „2013 ist global betrachtet durchaus erfreulich. Der Pkw-Weltmarkt legt um fünf Prozent auf 72,2 Millionen Einheiten zu“, zieht Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Bilanz. Und 2014 soll noch besser werden. Für das erwartet der VDA ein Wachstum des Weltmarktes auf 74,7 Millionen Pkw und leichte Nutzfahrzeuge wie Transporter. Für die deutschen Autobauer und die Zulieferer ist das besonders gut, denn sie sind anders als die Konkurrenz in Europa und teilweise in den USA oder Japan insgesamt in Top-Form, auf allen wichtigen Märkten gut vertreten und haben schon heute einen Anteil am weltweiten Pkw-Markt von rund einem Fünftel.

Wissmann prognostiziert, dass die deutschen Automobilhersteller im kommenden Jahr 14,7 Millionen Pkw herstellen werden, nach etwas über 14 Millionen 2013. „Die Auslandsfertigung wird um sechs Prozent auf 9,2 Prozent steigen.“ Für den Heimatmarkt, also den Standort Deutschland, sei das keine Bedrohung: „Ich erwarte für dort eine stabile Beschäftigung.“