E-Commerce

Amazon denkt über Verkauf frischer Lebensmittel nach

Der Internet-Händler Amazon erwägt in Deutschland den Einstieg ins Geschäft mit frischen Lebensmitteln.

„Der Auftrag ist, dass wir uns auch darum kümmern müssen. Der Auftrag ist aber nicht unbedingt, dass wir uns morgen darum kümmern müssen“, sagt Amazon-Deutschland-Chef Ralf Kleber. Der größte Onlinehändler der Welt hat bereits Hunderttausende nicht-verderbliche Lebensmittel im Sortiment, Salat, Backwaren und Fleisch fehlen noch im Angebot. Kleber gibt zu Bedenken, dass der Verkauf von Lebensmitteln wegen der einzuhaltenden Kühlkette kompliziert ist und neue Logistikstrukturen verlangt.

Erfahrungen sammelt der US-Konzern in diesem Bereich bereits in den USA, etwa am Stammsitz in Seattle sowie in Los Angeles. „Wenn wir wollen, dass ein Kunde täglich einen Grund hat, mit uns in Interaktion zu treten, müssen wir Nahrungsmittel im Angebot haben und nicht nur Bücher und Schuhe“, sagt Kleber, der vor seiner Zeit bei Amazon für Kaufhof und Escada tätig war. Allerdings müsse dem Kunden ein Mehrwert geboten werden. Nur ein weiterer Anbieter zu sein, reiche nicht.

„Wir glauben, dass wir das können“, gibt sich Kleber zuversichtlich. Für ihn wäre der Einstieg ins Geschäft mit frischen Lebensmitteln auch ein Zeitpunkt, um den Aufbau eines eigenen Versandnetzes zu prüfen. Derzeit arbeitet Amazon unter anderem mit DHL und UPS zusammen.

Deutschland ist für den US-Konzern der zweitwichtigste Markt. 2012 setzte das Unternehmen 6,8 Milliarden Euro hierzulande um. Detaillierte Angaben zu einzelnen Märkten macht Amazon traditionell nicht. Kleber strebt in Deutschland weiteres Wachstum an. Auch die Zahl der Logistikzentren, die jetzt mit der Eröffnung des Lagers in Brieselang auf neun gestiegen ist, werde zunehmen – trotz der neuen Bauvorhaben in Polen und Tschechien.

( rtr )