Projekt

Mit PayPal bargeldlos in Cafés bezahlen

Der Bezahldienst testet ein neues Programm in der Hauptstadt. Das Kassensystem liefern Berliner Gründer

Der Bezahldienstleister PayPal startet in Berlin-Mitte ein Pilotprojekt für bargeldloses Bezahlen in Restaurants und Cafés. Die Tochter des Online-Händlers Ebay arbeitet dabei mit dem Berliner Start-up Orderbird zusammen, das ein Abrechnungsterminal auf der Basis eines iPads für die Gastronomie entwickelt hat. PayPal-Nutzer können mit der neuen Smartphone-App des Unternehmens einfacher als zuvor mit ihrem PayPal-Konto mobil bezahlen und ihre Geldbörse künftig zu Hause lassen. Einzelhändler, Cafés oder Restaurants, die PayPal als Bezahlmethode akzeptieren, können in der App samt Entfernungsangabe aufgerufen werden.

Zehn Restaurants in der Nähe des Rosenthaler Platzes haben sich dem Projekt angeschlossen. Mit dabei: das Café du Bonheur, die Vinothek Hosskost Berlin, das Café Schoenschmecker Deli im Hotel Schoenhouse Apartments, der Sushi-Store Maki, das biovegetarische Imbisslokal Momos, der Deli Mogg & Melzer, die Nudelbar Noodeli, die Buchhandlung mit integriertem Café Ocelot und das Café The Barn und die dazugehörige The Barn Roastery.

Der Nutzer mit PayPal-Konto startet auf einem Android- oder Apple-Smartphone die App und wählt aus der Liste den gastronomischen Betrieb aus, in dem er sich gerade befindet. Er checkt mit einem Klick in das Restaurant ein. Daraufhin erscheint per Nachricht das Foto des Kunden in der PayPal-App des Restaurants. Der Kellner übermittelt den zu zahlenden Betrag ebenfalls per Nachricht an den Kunden. Der Kunde bestätigt mit einem weiteren Fingerstrich die Bezahlung. Fertig. „Es war noch nie so einfach, bargeldlos mit dem Smartphone zu bezahlen“, sagt PayPal-Geschäftsführer Arnulf Keese.

„Neun von zehn Kunden wollen ohne Portemonnaie bezahlen“, sagt Keese. Der Kunde sei also bereit für eine bargeldlose Zukunft. Das lässt sich mit Zahlen belegen: Zwischen Mai und August 2013 sei der Anteil der Bezahlvorgänge mit Smartphones und Tablets um 27 Prozent gestiegen, zitiert der Geschäftsführer eine Studie. Bereits 17,5 Prozent aller Online-Käufe würden mit mobilen Endgeräten abgewickelt, heißt es in der Untersuchung. An diesem „dramatischen Wachstum“ (Keese) will PayPal verdienen. „Der Konsument hat sein Internet in der Hosentasche“, sagt Keese.

Das elektronische Kassensystem (Fachjargon: Point of Sale) werde zum „Point of Service“, sagt Orderbird-Gründer Jakob Schreyer. Sein Unternehmen hat bereits 1600 Wirte in Deutschland, Österreich und der Schweiz mit iPad-Kassen ausgestattet. Zu den Sets gehören neben dem Tablet, auf dem die Bestellung eingegeben und verwaltet wird, ein Rechnungsdrucker und eine Geldschublade.

Nach dem mehrmonatigen Testlauf soll das System an die Wünsche der Kunden angepasst werden. So soll es die Möglichkeit geben, Trinkgeld per App zu zahlen. Keese stellt sich vor, die App künftig auch in anderen Branchen einzusetzen. „Wir haben das Ziel, das tägliche Bezahlen mit mobilen Endgeräten zu ermöglichen“, sagt der PayPal-Geschäftsführer. Die Firma hat zwölf Millionen Kunden im deutschsprachigen Raum.

Orderbird startete vor drei Jahren in Berlin mit der Entwicklung des iPad-basierten Kassensystems. Nach den Worten des Gründers ist sein Unternehmen Marktführer im deutschsprachigen Raum. Auch andere Unternehmen experimentieren mit solchen Systemen – zum Beispiel SumUp, Pepperbill und 9cookies.