Zeitarbeit

Telekom will Langzeit-Leihkräfte loswerden

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Anette Dowideit und Thomas Heuzeroth

Viele Verträge sollen zum Ende des Jahres auslaufen

Der Telekommunikationskonzern Telekom plant, in naher Zukunft die Beschäftigungsverhältnisse mit Leiharbeitern zu beenden, die seit vielen Jahren im Konzern arbeiten. Das bestätigte der Konzern der Berliner Morgenpost auf Anfrage. Damit verlieren mehrere hundert Konzernmitarbeiter ihre Arbeitsplätze, die seit teilweise mehr als einem Jahrzehnt dort beschäftigt sind. Betroffen seien zum Teil hoch qualifizierte und spezialisierte Kräfte wie Systemadministratoren.

Hintergrund dafür, ausgerechnet jetzt den überwiegenden Teil dieser Beschäftigungsverhältnisse abzubauen, soll politischer Druck sein, heißt es etwa aus dem Management der Sparte T-Systems. Bei den Koalitionsverhandlungen diskutieren SPD und Union derzeit über eine gesetzliche Beschränkung der Laufzeiten für Leiharbeit, wie vergangene Woche aus den Verhandlungen durchsickerte. Bisher ist im sogenannten Arbeitnehmerüberlassungsgesetz lediglich festgelegt, dass Leiharbeit nur „vorübergehend“ sein darf. Die Union will die Überlassungshöchstdauer nun auf 24 Monate beschränken, die SPD dagegen auf lediglich ein Jahr.

Verlagerung ins Ausland

Die Telekom bestätigt die Pläne auf Anfrage. Zeitarbeit solle künftig möglichst nur noch zum Ausgleich von Spitzenlasten zum Einsatz kommen, zum Beispiel in Callcentern, sagte eine Sprecherin. Leiharbeiter dürfen demnach künftig maximal zwei Jahre an ein- und demselben Arbeitsplatz tätig sein. Die internen Planungen des Konzerns sehen demnach vor, mindestens 500 Leiharbeiter, die seit Jahren im Konzern beschäftigt sind, durch interne Mitarbeiter zu ersetzen – die bislang für diese Aufgaben aber noch nicht geschult sind. „Der Abbau von Zeitarbeit ist Teil unserer Neuausrichtung bei Vivento“, teilt der Konzern mit. Vivento ist die Beschäftigungsgesellschaft der Telekom, in die 8100 Mitarbeiter geparkt wurden, weil ihre Stellen im Konzern weggefallen waren.

Aus dem Betriebsrat des Konzerns heißt es aber, hinter den Plänen stehe eine weitere Verlagerung des Geschäfts ins Ausland – das gelte zumindest für den Bereich T-Systems, für den hierzulande insgesamt rund 29.000 Mitarbeiter arbeiten. IT-Beratungsleistungen und Software-Entwicklung sollen demnach deutlich stärker als bisher von verschiedenen Standorten in Osteuropa aus gemacht werden, wo die Personalkosten deutlich niedriger sind.