Sonderzahlung

So viel Weihnachtsgeld erhalten die Berliner

Volles Gehalt oder fester Betrag: Die größten Arbeitgeber der Stadt gehen sehr unterschiedlich mit der Sonderzahlung um

Welcher Jubel, welche Freude, wenn anlässlich des Weihnachtsfests eine höhere Gehaltszahlung des Arbeitgebers auf dem Konto landet. Doch der Geldsegen fällt für Berliner Beschäftigte höchst unterschiedlich aus. Die Berliner Morgenpost hat bei den 50 größten Unternehmen, nachgefragt, wie sie es mit dem Weihnachtsgeld für ihre insgesamt rund 237.000 Mitarbeiter halten:

Am besten dran sind Bankmitarbeiter. Ihre Tarifverträge sehen die Zahlung eines vollen 13. Monatsgehalts vor. Die Kreditinstitute zahlen, wie die meisten anderen Unternehmen auch, schon vor dem ersten Advent im November. 100 Prozent werden ebenfalls bei Vattenfall, Axel Springer und den Berliner Wasserbetrieben für die tariflichen Mitarbeiter gezahlt. Das größte Unternehmen der Stadt, die Deutsche Bahn, zahlt zwar allen ihren rund 19.000 Mitarbeitern Weihnachtsgeld, die Höhe ist aber unterschiedlich. Das Unternehmen teilt mit, dass mehr als die Hälfte der Mitarbeiter eine Sonderzahlung von mindestens 100 Prozent ihres Monatseinkommens erhalten. Über den Betrag ihres normalen Bruttolohns hinaus, profitieren diese Mitarbeiter zusätzlich von variablen Entgeltbestandteilen. Damit sind sie die Berliner Weihnachtsgeldelite. Über die Höhe der Bezüge der übrigen Mitarbeiter teilt die Bahn nichts mit.

Weniger Geld im Osten

Einige Unternehmen sehen kein Weihnachtsgeld beziehungsweise keine Jahressonderzahlung für die Mitarbeiter vor. Die Deutsche Telekom etwa zahlt Jahreszielgehälter, die monatlich zu einem Zwölftel überwiesen werden. Darin sind eventuelle frühere Urlaubs- und Weihnachtszahlungen schon enthalten. Viele Arbeitgeber machen gar keine oder sehr vage Angaben, so auch vier der sieben angefragten Unternehmen der Sozialwirtschaft. Keine Branche ist stärker in der Liste der 50 größten Unternehmen vertreten. Ganz unabhängig von Leistung oder Lohnhöhe zahlen die Berliner Verkehrsbetriebe. Hier gibt es für jeden Mitarbeiter eine Einmalzahlung von 1200 Euro. Voraussetzung ist hier, wie in den meisten Unternehmen, eine mindestens einjährige Betriebszugehörigkeit.

Nach wie vor sind in Berlin die Ost-West-Unterschiede in den Tarifverträgen spürbar. Besonders im Handel stellen die Angestellten die Folgen der deutschen Teilung auch am Weihnachtsgeld fest. Sind im Osten 50 bis 52,5 Prozent eines Monatslohns der Durchschnitt, können sich Westberliner über 62,5 Prozent freuen. Ausnahme ist REWE. Hier erhalten die Mitarbeiter nach Unternehmensangaben „in der Regel 100 Prozent Weihnachtsgeld, wenn sie mindestens fünf Jahre im Betrieb sind“.

Auch die Entwicklung hin zu vielfältigen Beschäftigungsverhältnissen innerhalb eines Unternehmens schlägt sich bei der Sonderzahlung nieder. Oft schildern die Arbeitgeber ihre Praxis nur für Teile der Belegschaft. Die Leiharbeiter der beiden befragten Personaldienstleister erhalten unabhängig von ihren Löhnen nach sechsmonatiger Betriebszugehörigkeit 150 Euro, im dritten und vierten Jahr 200 Euro und ab dem fünften Jahr 300 Euro brutto.