Gesundheitsbranche

Bayer will mit neuem Augenmittel das Asiengeschäft ankurbeln

Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer drängt mit seinem Augenmedikament Eylea in einem weiteren Therapiefeld in Asien auf den Markt.

Es sei geplant, das Augenpräparat auch zur Behandlung einer gefährlichen Netzhauterkrankung bei stark kurzsichtigen Menschen auf den Markt zu bringen, teilte Bayer am Montag in Berlin mit.

Der erste Zulassungsantrag in dieser Indikation soll moch vor Ende des Jahres in Asien eingereicht werden. Dort ist Kurzsichtigkeit weit verbreitet. Eylea zählt zu fünf Bayer-Arzneien, deren Jahresumsatzpotenzial der Konzern zusammen auf mehr als 5,5 Milliarden Euro taxiert. Allein dem Augenmittel traut Deutschlands zweitgrößter Arzneimittelhersteller Jahresumsätze oberhalb der Milliardenschwelle zu. In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres setzten die Leverkusener mit dem Mittel, das auch unter den Namen VEGF TRap-Eye und Aflibercept bekannt ist, 207 Millionen Euro um.

Die myopiebedingte choroidale Neovaskularisation (mCNV) tritt bei stark kurzsichtigen Menschen auf, bei der ein zu großes Wachstum des Augapfels, die Augenhaut, die Aderhaut und die Netzhaut dehnt. Dabei können abnorme Blutgefäße entstehen und die Netzhaut schädigen, was zur Erblindung führen kann. Eylea, das in den Augapfel gespritzt wird, soll das Wachstum neuer Blutgefäße hemmen.

Bayer kündigte zudem eine Kooperation mit der nordamerikanischen Forschungsgesellschaft Inception Sciences und der auf die Gesundheitsbranche spezialisierten Risikokapitalgesellschaft Versant Ventures an. Ziel der Zusammenarbeit sei die Entwicklung neuer Augenmedikamente. Den Unternehmen winken von Bayer je nach Projektfortschritt erfolgsabhängige Zahlungen. Bayer entwickelt derzeit mehrere Substanzen gegen Netzhauterkrankungen. Ein Wirkstoffkandidat, der auf einem neuen Mechanismus basiert und als Augentropfen genommen werden kann, soll im kommenden Jahr in die klinische Forschungsphase gehen. Neue Medikamenten müssen vor einer Zulassung erst in drei Studienphasen am Menschen erfolgreich getestet werden.

Bayers wichtigster Pharma-Standort ist seit der Übernahme der alten Schering AG im Jahr 2006 Berlin. Rund 4500 Menschen arbeiten hier für Bayer. Im Rahmen einer Gesamtbetriebsvereinbarung verpflichtete sich Bayer Ende 2012 zu Investitionen in Höhe in Berlin von 125 Millionen Euro in den kommenden Jahren. Zudem gilt die Zusage, dass die Hauptstadt Sitz des globalen Pharmageschäfts von Bayer bleibt. Die Übereinkunft gilt bis Ende 2017.