Insolvenzverfahren

Getgoods-Pleite zieht auch die Konzernmutter in die Insolvenz

Nach dem Onlinehändler getgoods.de Vertriebs GmbH Frankfurt (Oder) hat nun auch die börsennotierte Holding getgoods.de AG Insolvenzantrag gestellt.

Das sagte am Montag eine Sprecherin des Amtsgerichts. Die Vertriebs GmbH ist eine hundertprozentige Tochter der getgoods.de AG Frankfurt (Oder). An dem Standort war am Montag niemand für eine Stellungnahme erreichbar.

Das Unternehmen, das für dieses Jahr einen Umsatz von rund einer halben Milliarde Euro anpeilte, ist offenbar Opfer seines anleihefinanzierten Wachstumskurses geworden. Auf der Internetseite des Unternehmens heißt es, „die getgoods.de, Betreiber eines deutschen Onlinehandelshauses hat am 15. November 2013 einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens beim zuständigen Amtsgericht Frankfurt (Oder) gestellt“. Es sei die vorläufige Verwaltung des Vermögens angeordnet und Rechtsanwalt Christian Graf Brockdorff in Potsdam zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt worden.

Am Wochenende wurde zudem bekannt, dass die Finanzaufsicht BaFin nach der Insolvenz des Onlinehändlers „den Handel in der Aktie und der Anleihe im Hinblick auf möglichen Insiderhandel“ prüfen will. Wie die „Wirtschaftswoche“ berichtete, habe sich der Kurs der Anleihe bereits von Dienstag auf Mittwoch halbiert, obwohl getgoods die Zahlungsunfähigkeit erst am Donnerstag mitteilte. Nach der Mitteilung über die Zahlungsunfähigkeit der Vertriebs GmbH mit rund 200 Mitarbeitern hatte es in der vergangenen Woche geheißen, die Arbeit des Onlinehändlers gehe weiter. Neue Bestellungen würden zuverlässig ausgeliefert. Der vorläufige Insolvenzverwalter Rüdiger Wienberg will die Firma nach Möglichkeit fortführen und sanieren. Die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter sind den Angaben zufolge über das Insolvenzgeld für drei Monate gesichert.