Selbständigkeit

DIHK-Umfrage: Deutschland gehen die Gründer aus

Bundesweit lässt die Lust zur Unternehmensgründung nach.

Nur noch jeder dritte Erwerbstätige ist bereit, sich mit einer eigenen Firma selbstständig zu machen, heißt es in einem Positionspapier des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK). Damit ist der Gründungseifer eingebrochen. 2000 konnten sich noch immerhin 46 Prozent der Befragten vorstellen, ein eigenes Unternehmen zu gründen.

Ein Grund für die Zurückhaltung: Die Bundesregierung hatte Anfang 2012 Fördergeld für Gründungen aus der Erwerbslosigkeit drastisch gekürzt. Gab es 2011 noch 134.000 Arbeitslose, die sich mit staatlicher Unterstützung selbstständig gemacht haben, waren es 2012 nur noch 20.000. Der DIHK sorgt sich deshalb schon um die Wirtschaftsstruktur in Deutschland. Die lebe mit ihrer mittelständischen Prägung schließlich vom aktiven Unternehmertum.

Vor allem die Franchise-Szene in Deutschland ist betroffen. „Nur 40 Prozent der Unternehmen werden in diesem Jahr ihre Wachstumsziele erreichen“, berichtet Torben Brodersen, Geschäftsführer des Branchenverbands DFV. Zwar liegt die Branche, zu der auch McDonald’s, Burger King, Nordsee und Backwerk gehören, die zusammen über 61 Milliarden Euro umsetzen, Jahr für Jahr weit über dem durchschnittlichen Wirtschaftswachstum in Deutschland. Gleichzeitig bleiben die fast 1000 Franchisefirmen hierzulande aber aus Sicht von Handelsexperten weit unter ihren Möglichkeiten – wegen Engpässen bei der Finanzierung, aber auch, weil die Zahl der Franchise-Interessierten sinkt.

Das Prinzip Franchise ist einfach: Interessierte engagieren sich als selbstständige Unternehmer unter dem Dach einer Marke. Sie betreiben dann einen oder mehrere Standorte auf eigene Rechnung, unterstützt durch die Zentrale. Für jede Hilfe – etwa bei Marketing oder beim Wareneinkauf – kassieren die Namensgeber einen monatlichen Betrag, der sich am Umsatz orientiert. Dazu wird zum Start eine Lizenzgebühr in meist fünfstelliger Höhe fällig.