Unterhaltungstechnik

Verkaufsstart mit einigen Mängeln

Die Playstation 4 geht in den USA auf den Markt. Doch sie ist noch nicht ausgereift

Sony ist in den USA mit seiner neuen Spielekonsole Playstation 4 ins Weihnachtsgeschäft gestartet. Schon der Termin ist eine Kampfansage an den Konkurrenten Microsoft: Erstmals debütiert eine Playstation nicht auf dem japanischen Heimatmarkt Sonys, sondern in der Microsoft-Heimat USA – und das auch noch genau eine Woche, bevor Microsoft mit seiner Konkurrenz-Konsole Xbox One in die Läden geht.

Fünf Millionen Geräte will Sony bis zum Frühjahr kommenden Jahres verkaufen und verschafft sich mit dem Frühstart einen kleinen Vorteil im Rennen um Umsätze. Es steht viel auf dem Spiel: 44 Milliarden Dollar (33 Milliarden Euro) werden die Kunden einer Analyse der Marktbeobachter von Gartner zufolge im laufenden Jahr für Spielekonsolen und Software ausgeben.

Bis 2015 sollen es 55 Milliarden Dollar jährlich werden, davon allein 22 Milliarden nur für Hardware – ein Markt, um den zu kämpfen sich lohnt. Schon seit Monaten buhlen die beiden Rivalen um die Gunst der Spielefans zum Start. Sony schaffte es bislang geschickt, die Schwächen von Microsoft für sich zu nutzen: Als die Redmonder bei der Vorstellung ihres Geräts im Frühsommer verkündeten, ihre Kunden würden zum Spielen immer eine Online-Verbindung benötigen, beeilte sich Sony, für sich das Gegenteil zu reklamieren.

Beim Preis unterbot Sony Microsoft um 100 Dollar, seitdem gilt die PS4 mit dem Start-Etikett von 399 Dollar als die günstigere Alternative. Microsofts durchaus gutes Argument, bei der 100 Dollar teureren Xbox One sei mit der Kinect-Kamera teure Hardware für Gestenerkennung mit im Karton, die Sony sich extra bezahlen lässt, verhallte weitgehend ungehört.

Doch vor allem hat Sony die für Hardcore-Gamer so wichtige Geschwindigkeitskrone für sich reklamieren können: Während die Xbox One viele grafisch aufwendige Blockbuster-Titel wie etwa Electronic Arts „Battlefield 4“ oder Activisions neuestes „Call of Duty Ghosts“ nur in der zum Start schon veralteten 720p-Auflösung anzeigen kann, rendert Sonys PS4 die Titel allesamt mit 900, eher 1080 Bildzeilen. Der Unterschied ist auf einem Standard-40-Zoll-Flachbildschirm im Wohnzimmer selbst bei einem Abstand von drei Metern noch sichtbar. Nach ersten Tests von US-Magazinen wirken Titel auf der PS4 schärfer als bei der Xbox One. Die Hardware beider Konsolen basiert auf derselben PC-Architektur, doch Microsoft wird die dauerhaft aktive Gestenerkennung der Kinect-Kamera zum Verhängnis: Sie raubt dem System etwa zehn Prozent Leistung.

Allerdings zeigt auch Sony Schwächen: Der Konzern musste zugeben, dass ihr Gerät zum Start noch nicht einmal Audio-CDs abspielen kann. Auch einige BluRay-Varianten funktionieren nicht, die Sprachsteuerung hakelt noch, in ersten Tests überzeugte zudem die Auswahl der Startspiele nicht. Schlimmer noch: Schon direkt nach dem Auspacken benötigt die PS4 ein erstes Software-Update, um zu funktionieren. Bei den Testern des US-Magazins IGN startete die PS4 nach dem Aufspielen des Updates sogar überhaupt nicht mehr und musste ausgetauscht werden. Sollte sich das auch nur bei einem kleinen Teil der Kunden wiederholen, hat Sony ein ziemlich großes Problem.

Langfristig jedoch dürften Startschwierigkeiten für den Erfolg der beiden Konkurrenten keine wesentliche Rolle spielen. Die neue Konsolengeneration soll mindestens so lange auf dem Markt bleiben wie ihre Vorgänger – acht Jahre oder mehr sollen die Geräte mit kleinen Änderungen aktuell bleiben. Entscheidend wird dabei vor allem die stetige Versorgung mit immer neuen und aufwendigen Spielen sein.

Weil die Hardware von Xbox One und Playstation 4 auf denselben AMD-PC-Prozessoren basiert, können die Entwickler leicht Spiele für PC, PS4 und Xbox One gleichzeitig adaptieren und so einfacher als bei den Vorgänger-Konsolen für Nachschub sorgen.