Befragung

Die beliebtesten Weihnachtsgeschenke der Berliner

Exklusive Umfrage: Mehr als die Hälfte will dieses Jahr bis zu 500 Euro ausgeben. Viele wünschen sich einfach nur Geld

Es gibt keinen anderen Tag im Jahr, an dem man so vielen Freunden und Familienmitgliedern gleichzeitig eine Freude machen kann, wie an Weihnachten. Ob ein Geschenk teuer ist oder nicht, spielt dabei sogar eine untergeordnete Rolle. Auf die Geste kommt es an. So denkt zumindest die Mehrheit der Berliner, die sich in einer Umfrage der Berliner Sparkasse zu ihren Ausgaben an Weihnachten geäußert haben.

Knapp ein Viertel der Befragten plant demnach in diesem Jahr weniger Geld für Weihnachtsgeschenke auszugeben als im vergangenen Jahr. „Das zeigt, dass das Durchschnittseinkommen in Berlin im Vergleich zu anderen Bundesländern geringer ist“, sagt eine Sprecherin der Berliner Sparkasse. „Die Arbeitslosenrate ist trotz des aktuellen Rückgangs nach wie vor relativ hoch, gleiches gilt für die Zahl der Empfänger von Transfereinkommen.“

13 Prozent der 1004 Befragten wollen sogar ganz auf den Einkaufsmarathon in der Weihnachtszeit verzichten. Sie basteln lieber etwas oder lassen Geschenke ganz außen vor. Als Grund gaben die meisten an, dass ihnen andere Dinge an Weihnachten wichtiger sind als Geschenke. Dazu gehört das Zusammensein mit der Familie und Menschen, die einem etwas bedeuten.

Aber es gibt auch Berliner, die sich in diesem Jahr großzügiger bei den Geschenke zeigen wollen als in den Jahren zuvor. Neun Prozent wollen mehr Geld ausgeben, um für ihre Lieben eine Überraschung zu besorgen.

Kunden neigen zu Spontankäufen

Am 25. November startet in Berlin offiziell das Weihnachtsgeschäft. Der evangelische Bischof Markus Dröge schaltet dafür die Festbeleuchtung am Steglitzer Boulevard ein und gibt damit das entscheidende Signal. Für die meisten Läden ist das Weihnachtsgeschäft aus finanzieller Sicht die wichtigste Zeit im Jahr. In den Wochen unmittelbar vor dem Heiligen Abend am 24. Dezember entscheidet sich, ob das abgelaufene Geschäftsjahr gut oder schlecht war. Denn jetzt tätigen die privaten Haushalte im Vergleich zu den übrigen Monaten des Jahres die meisten Einkäufe.

Ein weiteres Ergebnis der Umfrage der Berliner Sparkasse kann den Einzelhandel durchaus hoffen lassen. So wollen 38 Prozent der Schenkenden bis zu 100 Euro ausgeben. Mehr als die Hälfte planen sogar bis zu 500 Euro für Geschenke springen zu lassen. Nur ein kleiner Teil der Befragten, nämlich sieben Prozent, gehen davon aus, dass all ihre Geschenke zusammen mehr als 500 Euro kosten. „Erfahrungsgemäß neigen viele Kunden im Geschäft dann zu Spontankäufen, so dass sie am Ende häufig doch mehr ausgeben als ursprünglich geplant“, so eine Sprecherin der Berliner Sparkasse.

Die große Mehrheit will sich allerdings nicht dafür verschulden, um möglichst viele und große Päckchen unter dem Weihnachtsbaum liegen zu haben. So bestreiten laut der Studie 86 Prozent der Schenkenden die Ausgaben aus ihrem laufenden Einkommen. Gut jeder Fünfte greift auch auf eigene Ersparnisse zurück. Das bedeutet, dass das normale Einkommen die Hauptquelle ist, ein geringer Teil der Befragten aber zusätzlich an das Geld auf dem Sparbuch herangeht. Unterscheidet man bei der Umfrage nach dem Geschlecht der Befragten, zeigt sich, dass Frauen häufiger als Männer auf Ersparnisse zurückgreifen. „Männer tragen nach wie vor den größeren Teil zum Haushaltseinkommen bei und sind daher eher in der Lage, die Geschenke aus dem laufenden Einkommen zu bezahlen“, so eine Sparkassen-Sprecherin. Einen Kredit will laut dieser Umfrage keiner aufnehmen, um dadurch die Geschenke zu finanzieren.

In den meisten Familien bekommen nicht alle Mitglieder von jedem etwas geschenkt. Das ist auch zwischen Paaren offenbar längst nicht üblich. So will knapp die Hälfte der befragten Berliner den Partner mit einer Aufmerksamkeit zu Weihnachten erfreuen. 43 Prozent beschenken die Eltern oder Schwiegereltern. Andere Verwandte, Freunde sowie die eigenen kleinen und erwachsenen Kinder oder Enkel erhalten von rund einem Drittel der Befragten eine Überraschung. Gar nichts verschenken nur 8 Prozent der Berliner.

Viele wünschen sich Geld

Von den Befragten, die generell gar nichts für Weihnachtsgeschenke ausgeben, wollte das durchführende Institut wissen, woran das liegt. Die meisten gaben an, dass ihnen andere Dinge wichtiger sind. 58 Prozent möchten vor allem eine gemeinsame Zeit mit der Familie verbringen. 40 Prozent dieser Personengruppe ignoriert Weihnachten, weil es keine Bedeutung für sie hat und verschenkt deshalb keine nichts.

Erstaunlich viele wünschen sich zu Weihnachten Geld und kein Sachgeschenk. Das stellte sich heraus, als die Teilnehmer nach ihren Wünschen gefragt wurden. Die häufigste Antwort darauf war Urlaub (53 Prozent). Als nächstes standen Theater- und Konzertkarten auf dem Wunschzettel (44 Prozent) sowie Bücher (40 Prozent). Über einen Besuch im Restaurant würden sich 35 Prozent der Befragten freuen. Fast genauso viele, nämlich 32 Prozent, hätten am liebsten Geld an Weihnachten. Dahinter dürfte in den meisten Fällen der Wunsch stehen, sich anschließend selbst im Laden genau das auszusuchen, was einem gefällt. Weiter hinten auf der Liste stehen Wein und Pralinen (22 Prozent) sowie Parfums (19 Prozent).

Insgesamt treffen die Berliner mit ihren Aufmerksamkeiten zu Weihnachten aber offenbar den Geschmack der Beschenkten. So gaben fast zwei Drittel der Befragten an, dass ihre Weihnachtswünsche in der Regel in Erfüllung gehen ( 64 Prozent).

Für den Berliner Handel ist das eine gute Ausgangslage. Nils Busch-Petersen, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Berlin-Brandenburg (HBB), hofft in diesem Jahr auf ein Umsatzplus: „Die Stimmung ist gut, es sind viele Besucher in der Stadt.“ Der HBB geht davon aus, dass der Umsatz in der Hauptstadt im vierten Jahr in Folge über dem Bundesdurchschnitt liegen werden. Für Deutschland wird insgesamt ein Anstieg um 1,2 Prozent erwartet.